Brühler Aktion 60+
       Zeit für Herzlichkeit

 

10. Lesung - Regensburg

Ismael sitzt auf einem Stuhl links auf der Bühne. Als Isaak von rechts kommt, steht er auf und geht ihm entgegen. Sie umarmen sich.

Ismael: Ah, Bruder, da bist Du ja. Was führt Dich in das schöne Regensburg?

Isaak: Schön? (Schaut sich um)... Ja. Der wichtigste Grund bist Du! Ich wollte Dich ‘mal wiedersehn! Und hier hat Kaiser Karl V. seinen Sohn Juan gezeugt, der 1572 die Osmanen besiegte.

Ismael: Was ein Glück, dass Christen und Muslime keine Kriege mehr führen. (Legt seinen Arm um Isaaks Schulter). Aber das Elend geht weiter. Sunniten und Schiiten finden einfach keinen Frieden. Ach, ja … (seufzt).

Isaak: Gott sei’s geklagt… Aber Du bist doch nicht wegen dieses Juan in Regensburg. Was hat nun Dich hierher gebracht?  

Ismael: Eine Grenze, eine befestigte. Seltsamerweise ist sie auch ein Denkmal des Friedens. Mit Wachttürmen, Palisaden, Wällen  und Gräben … aber ziemlich flachen.

Isaak: Klingt widersprüchlich. Lass mich raten: Der Limes?   

Ismael: Ja. 200 Jahre lang hat er Römer und Germanen getrennt. Aber auch verbunden! An Übergängen konnte man offiziell einwandern. Es gab Marktplätze. Dort sind sie sich begegnet, haben Felle und Met gegen Wein und Tuche getauscht…

Isaak: Klingt gut. Und war Regensburg ein Marktplatz?

Ismael: Ja, hier an der Donau endete der Limes. Nach 550 km … bis ihn die Germanen im 3. Jahrhundert überrannt haben. Und heute erinnern mehrere Museen an ihn. Eines steht hier.

Isaak: Ist das nicht etwas viel Aufwand für ein Bauwerk, das gerade 200 Jahre gehalten hat. Und warum haben die germanischen Völker die Grenze überrannt, wie Du sagst?

Ismael: (hebt die Arme, zuckt mit den Achseln) Ich denke, es gab viele Gründe. Einer allein reicht nicht. Sie haben entdeckt, dass man im Süden besser und bequemer lebt … in einem wär-meren Klima …

Isaak: Kann ich mir vorstellen. Und dann: Met … Schafwolle? Wein und Leinen sind edler. Das erzählt sich rasch weiter, weckt Begierden und Neid: „Warum haben die das, und wir nicht?“

Ismael: Oh ja! Dennoch hat der römische Limes in Deutschland 200 Jahre lang seinen Zweck erfüllt. In anderen Regionen sogar noch länger.   

Isaak: (schüttelt den Kopf) Trotzdem … ich weiß nicht. Für so etwas Museen bauen? 

Ismael: Hm, aber bedenk‘ doch! 200 Jahre Frieden, bis zur so genannten „Völkerwanderung“ Ich glaube, das würden sich heute viele Europäer wünschen, anstelle der Elendsflüchtlinge aus Afrika.

Isaak: (hebt die Stimme) Bitte … an stelle der Flüchtlinge? Sag ‘mal! Als Söhne Abrahams sollen wir doch ein Segen sein! Und diese Menschen sind doch auch seine Kinder!

Ismael: (schlägt die Hände vors Gesicht) Isaak, Du hast recht. Entschuldige. Ich danke Dir! Wir müssen Partei für die Schutzsuchenden ergreifen. (geben sich die Hand/umarmen sich)

Isaak: Ja, Ismael, ich glaube, ich verstehe Dich. Du hast Helfer von Flüchtlingen getroffen. Die gerne entlastet werden möchten. Die Kraft der Nächstenliebe, der Anziehung, verbraucht sich.

Ismael: Richtig, und das Böse, die Abstoßung, bedrängt sie von allen Seiten! Auf längere Zeit darf man niemanden überfordern.

Isaak: So ist es. Und das gilt auch für die Schutzsuchenden, besonders aber ihre Helfer! Wie viel Zeit die seit 2015 geopfert haben! Dann noch Geld und Bücher gespendet … und…und …und.

Ismael: Isaak, ja, genau das erklärt die Überforderung. Aber kann die Kraft der Nächstenliebe wirklich abnehmen?

Isaak: Das müssen wir mit Mohammed besprechen, unserem dritten Partner, (laut) Mo-ham-med.

Mohammed: (tritt von links neben Isaak, alle verbeugen sich mit über der Brust gekreuzten Armen)  Salam aleikum – Der Friede sei mit Euch.

Ismael, Isaak: Aleikum salam

Ismael: Herzlich willkommen, Prophet, am früheren Limes, der einzigen Grenze, die lange Zeit friedlich und auch ein Ort der Begegnung war.

Mohammed: … Ismael, ich stimme Euch zu. Ohne Vorbehalt. Diese Grenze war im Altertum einzigartig. Heute findet sich Ähnliches, wenn überhaupt, nur in der EU.

Isaak: Aber die schottet sich derzeit nach außen gnadenlos ab.

Mohammed: Ihr habt mich gerufen, weil Ihr eine Frage habt.

Ismael: Wir dachten immer, dass die Urkräfte Anziehung und Abstoßung, das heißt Liebe und Hass, immer im Gleichgewicht sind. Kann es vorkommen, dass die Abstoßung überwiegt?

Mohammed: Ich hoffe nicht, aber in Ungarn sieht es danach aus: Doppelzaun, Stacheldraht oben, dazwischen eine Gasse für Militärfahrzeuge. Und niemand denkt daran, ein Segen zu sein. 

Isaak: Und ich war an einer anderen Südgrenze, viel länger als die ungarische… in El Paso, Texas, am Rio Grande, zwischen den USA und Mexiko!

Ismael: (hält sich den Kopf mit den Händen) Freunde, ist es Zufall? Wir haben uns alle drei gerade an Grenzen aufgehalten.   

Mohammed: Zufall? Nein! Es liegt an unserer Nächstenliebe. Ich denke, dass derzeit viele unserer Kinder unglücklich über die Lage an ihren Grenzen sind.

Ismael: Der Limes ist leider Vergangenheit. Manche Er wurde schon „Urbild des Eisernen Vorhangs“ genannt. Zu Unrecht.

Isaak: Mein‘ ich auch. Der hatte im 20. Jahrhundert die Sowjetunion samt Satellitenstaaten eingeschlossen. Aber selbst dieses „Bollwerk“ ist gefallen. Im Vergleich zu ihm wirkt der Zaun Ungarns eher dürftig.  

Mohammed: Dennoch, er hindert Menschen, ihren Anspruch auf Asyl vorzutragen und damit verletzt er ihre Würde.  Und wie sieht es in den USA aus?

Isaak: Mir kommt die Grenze wie die Spitze einer Burgmauer vor. Geschützte und ungeschützte Stellen im Wechsel. Es heißt, dass sie täglich von Hunderten illegal überwunden wird.

Ismael: Freunde, bei allen Unterschieden: Die heutigen Grenzanlagen sind menschenverachtender als der Limes.

Mohammed: Da habt Ihr Recht. Aber die Einwanderer unterscheiden sich auch von früher!

Ismael: Aber gewiss. Die Römer haben die Germanen kurzerhand  als Barbaren und ihre Herkunftsländer als dunkle Wälder bezeichnet. Uninteressant für sie. 

Mohammed: „Barbar“ heißt so etwas wie fremd, furchterweckend, kulturlos.

Isaak: (nickt) Ja, Prophet. Die „kulturelle Distanz“ war gewaltig.

Ismael: Man wusste wenig voneinander. Das ist heute anders. Die Herkunftsländer der Flüchtlinge und ihre Konflikte kennen wir. Satellitenbilder zeigen uns alles.   

Mohammed: Auch die Menschen sind den Europäern nicht total fremd. Wie in Ungarn gibt es bei Afrikanern viele Christen. Ihre

Schulbildung allerdings ist schlechter.

Isaak: Und wie steht es mit den Muslimen aus dem Osten, den Syrern, Afghanen?

Mohammed: (wiegt den Kopf) Kaum besser.

Ismael: Ich fasse zusammen: An der kulturellen Distanz hat sich seit der Römerzeit nur wenig geändert. Einverstanden?

Mohammed: Ja. So denkt wohl auch der ungarische Ministerpräsident Orban. Er lehnt jegliche Einwanderung ab. Aber nun zu Euch, Isaak: Ihr wart in den USA, wie sieht es dort aus?

Isaak: Ähnlich wie in Ungarn. Trump redet auch wie Orban. Er will die Grenze zu Mexiko durch eine Mauer unüberwindbar machen. Ob ihm das gelingt? Ich hoffe, nicht.  

Mohammed: Er könnte scheitern. Bürger und Politiker, sogar aus seiner Partei, widersetzen sich. Jetzt will er Kinder illegaler Einwanderer ausweisen. Doch die Städte lehnen reihenweise  ab.

Isaak: Mit gutem Grund. Christliche Staaten sollen sich an die Ethik ihrer Religion halten! Hilfsbedürftige auszuweisen, ist unmoralisch. Die Bürgermeister müssen sich durchsetzen.

Ismael: Mindestens genauso wichtig erscheint mir aber die innere Einheit. Bruder (wendet sich an Isaak), solange sich ihre Bürger bekämpfen können Staaten nicht zum Segen werden.

Isaakl: Ja, doch wenn sich die USA abschotten, verletzen sie ihren Nachbarn und machen ihn zum Feind. Das können doch die Bürger nicht einfach hinnehmen!

Mohammed: Söhne Abrahams! Es gibt nur eine Morak. Sie ist unteilbar. Ein nach innen gerechter Staat, muss es auch nach außen sein. Sonst verwirrt  er alle und verliert ihr Vertrauen.   

Isaak: Bruder, und die Germanen? Wie haben sie den Limes gesehen?

Ismael: Lange hat Frieden geherrscht. Zum Nutzen aller. Frei-heit gab es auch. Zuwanderung war möglich und wurde nur kontrolliert. Die „Barbaren“ sollten die Übergänge benutzen.  

Mohammed: Und wenn sie dagegen verstoßen haben?

Ismael: Dann wurden sie bestraft. Keine Frage. Und größere Gruppen schlugen die Römer mit Waffen zurück. So blieb der Limes bis in die  Mitte des 3. Jahrhunderts intakt.

Isaak: Bruder, ja. Dann aber begann, was die Deutschen „Völ-kerwanderung“ und die Franzosen „Große Invasionen“ nennen.

Ismael: Die Begriffe geben mir zu denken. „Invasion“ klingt nach Hass, Krieg  und Abstoßung. „Wanderung“ eher nach Spaziergang. 

Isaak: (wiegt den Kopf) Im heutigen Frankreich lebten damals Gallier … Kelten. Für sie waren die Germanen Fremde, Eindringlinge, die sich in ihrem Land breit machten und sie vertrieben

Ismael: Es stehen auch zwei verschiedene Geschichtsbilder dahinter. Deutsche sehen in den Germanen ihre Vorfahren. Und ihre Kriege nehmen sie als eine Art Naturereignisse hin.

Mohammed: (nachdenklich) Kriege … Naturereignisse. Vor wenigen Jahrzehnten noch hat man sie nicht in Frage gestellt. Und warum haben die Germanen ihre „dunklen Wälder“ verlassen?

 Ismael:  Das hat Isaak vorhin auch gefragt. Es gab es vieles:                       Ich habe spontan geantwortet, dass im Süden das Leben angenehmer war als im Norden. Heute ist es umgekehrt.

Isaak: Und die Antwort des Nordens sind Zäune und Mauern.

Mohammed: Nicht nur, es gibt auch eine starke Bereitschaft, Flüchtlinge zu unterstützen.

Ismael: Die Völker wuchsen und brauchten neuen Lebensraum, und vom Osten her drängten die Hunnen …

Mohammed: Ja, die Eroberer waren selbst Getriebene. Aber einen Druck von außen sehe ich derzeit nicht. Und Förderprogramme sollen Afrikanern helfen, ihren Lebensraum besser zu nutzen.

Isaak: So etwas gab es in der Antike noch nicht. Was kam, war üblich: die Kelten zogen sich zurück, die Germanen drangen vor, plünderten Rom … unterwarfen Spanien … und Nordafrika.  

Mohammed: Isaak, das sagt Ihr so einfach, als würdet Ihr von einem Spaziergang reden? Und wie steht es mit den Opfern? Wie viele Menschen haben dabei ihr Leben verloren?

Isaak: (seufzt) Schwere Frage! Das scheint heute niemanden zu interessieren. In einem großen Internettext über die Völkerwanderung kommt das Wort „Tote“ nur ein Mal vor: „Der Langobardenkönig Alboin trank aus Totenschädeln.“  

Ismael: Prophet, Eure Frage habe ich mir auch gestellt … mit der Annahme, dass 10 Millionen Menschen ihr Leben verloren haben, 2,5% der geschätzten damals lebenden 400 Millionen.

Mohammed: Das muss uns doch zu denken geben. Bei über sieben Milliarden Menschen heute, wären das 170 Millionen. Drei Mal mehr als im zweiten und hoffentlich letzten Weltkrieg.

Isaak: Freunde, Ismael hat noch einen vierten Grund für die Wanderung genannt. Die höhere Kultur des Südens: Wein statt Leinen, und Tuche statt Wolle.

Ismael: Ja, die Eroberer waren nicht so weit entwickelt wie die die Besiegten.

Isaak: Hei … Und heute? Ist die kulturelle Distanz zwischen den Völkern größer oder kleiner als damals?

Ismael: Du meinst, eine höhere Kultur zieht andere Völker an?

Mohammed: Freunde, Kultur ist nicht nur Wein. Ich meine vor allem Bildung, Wohlstand und Gerechtigkeit. Einverstanden?

Beide: (nicken, antworten leise): Hm, ja 

Mohammed: Also: Armut und Hunger besiegen, Kindern ermöglichen, zur Schule zu gehen, die Umwelt schützen, Ungleichheiten bekämpfen. Ja, genau dafür setzt sich die UNO ein.

Isaak: (hebt die Hand) Richtig, Prophet, das sind die Entwicklungsziele der UNO aus dem Jahre 2000 für die Zeit bis 2015. Sie wurden aber nicht ganz erreicht.

Mohammed: Stimmt, ich weiß. Aber es gab bedeutende Fortschritte. Die Staaten im Norden hätten mehr investieren können. Wenn sie jetzt aber sehen, was die Grenzanlagen kosten …

Ismael (fällt ihm ins Wort) … die alle Menschen nur unglücklich machen und am Ende zerfallen werden, wie der Eiserne Vorhang und die Berliner Mauer …

Mohammed (spricht weiter) … stimmt, ja … und wenn die Bürger erkennen, dass Grenzmauern einfach nicht zur Demokratie passen sind sie vielleicht … hoffentlich … bereit, mit den Armen zu teilen.

Isaak: (zieht die Augenbrauen hoch, wiegt den Kopf)           Das klingt wunderbar. Aber ich habe meine Zweifel. In Europa ist die Ablehnung der Fremden stark. Anstatt sie aufzunehmen, befestigen Ungarn und Bulgarien lieber ihre Grenzen.

Ismael: Bruder, ja, dieser vermaledeite Abstoßungsreflex. Vergiss aber nicht, Mauern sind kurzlebig sind. Irgendwann werden sie abgerissen … sogar die chinesische ist nur noch eine Touristenattraktion.  

Mohammed: Ja, Ismael, und wer Mauern baut, beschädigt die Demokratie und die Menschenwürde. Er verschleudert aber auch Geld, mit dem er Flüchtlingen und ihren Heimatländern helfen könnte.

Isaak: Prophet, ja, die Europäer machen Fehler vor. Aber was hilft das? Sie brauchen Alternativen. Und die Flüchtlinge auch. Am besten Projekte, für die sich alle gemeinsam einsetzen können.  

Ismael: Bruder, Du forderst neue Ideen. Aber die gibt es schon.  Und Ihr Prophet, wie oft habt Ihr gefordert, dass die Welt zum Frieden kommt, um endlich die Klimaänderung zu stoppen.

Mohammed: Oh, ja! Und Ihr habt ständig verlangt, man müsse Flüchtlingen Ausbildung und Arbeit geben. Ihr habt verlangt  

-    Syrer im griechischen Idomeni als Landwirte anzusiedeln,

-    Und in Industriestaaten Fachleute als Führungskräfte für Unternehmen auszubilden, die sich in Afrika niederlassen.

Ismael: Freunde, dass wir uns an diese Vorschläge erinnern, ist gut. Aber die Freiwilligen standen auch unter dem Druck der Proteste. Den wollten sie dämpfen und die Anziehung stärken.

Isaak: Richtig. Der Verstand sagt uns, welche Projekte sinnvoll sind. Aber damit die Europäer mitmachen, müssen sie vor allem  spüren, dass auch für sie etwas herausspringt.

Ismael: Aber was? … Am besten ein Projekt, das emotional alle berührt. Das etwa den menschenwürdigen Umgang der Europäer, des Nordens also, mit den Afrikanern, im Süden, verbindet?

Mohammed: (hält die geöffneten Hände vor sich) Und das kann nur das Klima sein. Seine Veränderung betrifft alle: In Afrika verdorren Felder, Hurrikane überschwemmen Amerika und in Europa rutschen Berge ins Tal.

Isaak: Kleine Anmerkung: Das beindruckt die Menschen stark. Wie sehr, zeigt sich am Präsident der USA. Erst hat er den Klimawandel ein „fake“ genannt. Und jetzt will er ihn bekämpfen.

Ismael: (macht abwehrende Handbewegung) Wenn er dabei bleibt! Als Europäer würde ich mich nicht auf ihn verlassen.

Mohammed: Auf wen sonst? Er ist doch der Präsident!

Isaak: Dazu kann ich ‘was sagen. In den USA sind Staaten und Städte Klimapartnerschaften eingegangen, zum Beispiel mit europäischen  Städten. Unabhängig von den Regierungen.

Ismael: Und das deutsche Ministerium für Entwicklungshilfe unterstützt Städte in Deutschland, Afrika und Südamerika, wenn sie Nord-Süd-Klimapartnerschaften schließen.

Mohammed: Großartig. So entsteht Neues. Das kann dazu führen, dass in den heißen Regionen zwischen den Wendekreisen die Temperaturen für Menschen erträglich bleiben.

Isaak: Dass der Temperaturanstieg auf der Erde begrenzt werden muss, bestreitet ja kein vernünftiger Mensch mehr. Sie streiten nur darüber, wie sich das erreichen lässt.

Ismael: Aber nun sind Europäer, Amerikaner und Afrikaner beim Klima aufeinander angewiesen. Und dieses Projekt macht sie zu Partnern. Aber sie müssen handeln, und zwar schnell!  

Mohammed: Die Partnerschaften verändern alles. Damit das gemeinsamen Werk gelingt, werden die einstigen Empfänger gebraucht und stehen so auf Augenhöhe mit den Geldgebern.   

Ismael: Noch ein Argument: Gewiss bekommen europäische Unternehmen Aufträge. Da ließe sich verlangen, Afrikaner beruflich zu bilden … am besten mit der Hilfe von Rückkehrern.

Isaak: Und das Beste dabei: Der Kampf um das Klima kann nur dauerhaft, nachhaltig sein, also die Afrikaner lange stützen …

Ismael: … und er wird an der Basis geführt. Die Verantwortung liegt bei den Gemeinden. Die Zentralregierungen bleiben außen vor, können allenfalls Vergaben und Abrechnungen prüfen.

Mohammed: Söhne Abrahams, bisher habe ich angenommen, dass der Friede die Bedingung für die Rettung des Klimas ist. Wenn aber Völker sehen, wie friedliche Staaten gemeinsam die Umwelt retten, dürfen wir hoffen, dass sie sich anschließen.   

Isaak: Und ich hoffe, dass zwischen Süd und Nord bald keine menschenverachtenden Mauern mehr gebaut werden. Das er-leichtert die Annäherung und verringert die kulturelle Differenz.

Imael: Und ich wünsche allen, dass das Almosengeben ein Ende hat. Die Menschenwürde verlangt, dass junge Leute eine berufliche Ausbildung erhalten, um sich mit ihrer Arbeit zu ernähren. Das verringert die Unzufriedenheit und fördert den Frieden.