Brühler Aktion 60+
       Zeit für Herzlichkeit

BR vom 29.04.2016

Brühler Aktion 60 + „Es erwartet, mich Positives“

Positive Motivation weckt Fähigkeiten

Die Sicht des Psychologen Peter Kruse

In zwei Monaten wird die Brühler Aktion 60+ auf acht Jahre

Engagement an den Brühler Schulen zurückblicken. Seit sechs Jahren

wird sie dabei von dem Heidelberger Psychologen begleitet.

Ständig neue Perspektiven des Zusammenlebens werden dabei

beleuchtet. Ging es im März um Erwartungen, die erfreuliche

angstfreie Stimmung und den Schutz der Würde, stehen nun die

Ziele im Mittelpunkt.

Zukünftige Fähigkeiten ...

In aller Regel erfahren die Senioren, dass ein Schützling in dem

einen oder anderen Fach Defizite hat. Negatives lässt sich aber

nicht einfach fassen und beheben. Sinnvoller ist es, Lücken und

Probleme in Fähigkeiten umzuwandeln, mit dem Schüler zu

besprechen und sich auf Ziele zu einigen...

... und ihr Nutzen

Die Erfahrung zeigt dabei, dass junge Menschen in einem ersten

Schritt solche Einigungen akzeptieren. Sehr bald aber stellt sich

die Frage nach dem Nutzen einer Fähigkeit. Ihr darf man nicht

ausweichen. Deshalb sollten die Vorteile einer Fähigkeit von

Anfang und am besten gemeinsam formuliert werden.

Am Sinn dieses Vorgehens zweifelt zwar niemand, aber wie geht

man vor? Dies wird Peter Kruse mit den Brühler Senioren

besprechen und im Rollenspiel einüben.

Alle interessierten Mitbürgerinnen und –Bürger (etwa) ab 60 sind

herzlich eingeladen und werden gebeten, sich über die

Homepage anzumelden:

www.bruehler-aktion-60-plus.de.

Das Treffen

findet in der Schillerschule statt und beginnt am

Donnerstag, 12. Mai, um 16:30. Uhr

sr




SZ vom 24.03.2016

Aktion 60plus: Peter Kruse Über das Motivieren von Kindern

„Etwas Positives erwartet mich“ Brühl

 

„Etwas Positives erwartet mich“, so faßte Peter Kruse die Antworten der 60plus-Mitglieder auf seine Befragung zusammen: Sie haben Freude an der Arbeit mit jungen Leuten und wollen der Gesellschaft zurückgeben, was sie bekommen haben. In die regelmäßigen Treffen kommen sie mit Neugier, sie wollen sich austauschen, Tipps mitnehmen, einfach ihr pädagogisches Rüstzeug erweitern.

Von Eltern und Lehrern werden sie als zuverlässige Partner geschätzt, die ergänzen, was im Unterricht und zu Hause geleistet werden kann. Die Kinder schließlich sehen es als Ehre, wenn ein angesehener, Älterer Mensch sie ernst nimmt, ihnen hilft und sich mit Dingen befaßt, die sie nicht verstanden haben.

Gastfreundliche Atmosphäre Damit, s o ihr psychologischer Coach, decken die Mitglieder von 60plus die in der Shell-Studie geäußerten Bedürfnisse junger Menschen ab: „Vertrauen, Freundlichkeit, die Fähigkeit, sich einzufühlen, in anderen Worten: die Grundlagen für Eigenverantwortung, Unabhängigkeit und selbstständiges Handeln.“

Wie schafft man nun eine gastfreundliche Atmosphäre, in der Kinder sich wohlfühlen und gerne mitarbeiten? Diese Frage beantworteten die Senioren selbst in zwei improvisierten und danach ausführlich kommentierten Spielszenen, Thema:  „Erste Begegnung mit einem Schüler“.

Aus dem lebhaften Hin und Her der Auswertung schälte sich eine tiefe gemeinsame Überzeugung heraus: Wir spielen nicht die Lehrer, wir haben Zeit für die Kinder, wir transportieren menschliche Präsenz. Die Kinder zu ermutigen ist uns wichtiger als einen bestimmten Stoff abzuarbeiten“. Von diesem Gespräch und dem Selbstbild der Gruppe zeigten sich besonders drei Interessenten beeindruckt. Sie hatten in den Medien von 60plus erfahren und wollen in Zukunft mitmachen, auch als Teil der Brühler Willkommenskultur für Schutzsuchende.

Alle Bürger sind eingeladen zum nächsten Treffen: Donnerstag, 12. Mai, Schillerschule. Interessierte willkommen Mehr Infos zur Aktion 60plus sowie alle Veranstaltungen finden Sie unter www.bruehler-aktion60-plus.de.

sr

SZ vom  23.2.2016

Aktion 60plus: Interessanter Vortrag über die Chancen zum Erwerb der deutschen Sprache bei Kindern mit Migrationshintergrund

„Einen Raum für authentisches Deutschlernen schaffen“

Brühl. Schulische Leistungen sind sowohl direkt als auch indirekt an sprachliche Kompetenzen gebunden. Entscheidend sind dabei heute fast ausschließlich Kompetenzen in der Landes- und Unterrichtssprache. Dies gilt unabhängig von der möglichen Wirkung anderer Faktoren auf die Bildungschancen der Migrantenkinder, wie der Integration in die vorschulische Erziehung, der Schulwahl, familiärer Umstände und direkter oder indirekter Diskriminierungen im Bildungssystem. So heißt es in einem wissenschaftlichen Bericht.

Mit der Betreuung zweier isländischer Brüder und zweier armenischer Schwestern hat die Brühler Aktionsgruppe 60plus ihre erste Feuerprobe bestanden. Das war 2009. Eine zweite steht an. "Und das mit einer deutlich größeren Gruppe", erklärt der Sprecher der Initiative, Helmut Mehrer. Doch "Zeit für Herzlichkeit" bleibt bestehen, das Motto passe für ihn zur Willkommenskultur, wie Mehrer in seiner Begrüßung und seinem Dank an die Referentin Mara-Sophie Schmidt festhielt.

Seltene Nutzung von Konsonanten

Assistiert von ihrer Rektorin Birgit Ric, stellte die junge Lehrerin Ergebnisse der aktuellen Sprachforschung vor. Sie weckte Verständnis für Schüler aus dem türkischen und arabischen Sprachraum, in deren Wortschatz selten mehr als ein Konsonant auftritt und auch nur sechs Vokale zur Verfügung stehen.

Das zu wissen, helfe Lehrern zu Gelassenheit. Lächelnd ergänzt da die Rektorin der Schillerschule, Birgit Ric: "Senioren sind Vorbilder in ihrem Gespür für Kinder."

Die Gelobten freuten sich und nahmen dann gerne Tipps an. Fragen soll man offen stellen, damit die Angesprochenen die Chance hätten, ganze Sätze zu sprechen. Fehlerhafte Äußerungen sollen in korrigierter Form wiederholt und Ein-Wort-Sätze wie "Toilette?" erweitert werden, "Ah, Du willst zur Toilette?".

Bei der Frage nach der Unterrichtssprache zeigten sich die Senioren offen. Zur Motivation eines Kindes seien sie gerne willens, ein paar Wörter aus der Muttersprache der Kinder zu verwenden. Dem widersprachen die beiden Pädagoginnen. Sie lobten die Lernbereitschaft, baten aber dringend, eine eindeutig deutsche Sprachwelt zu schaffen: "Sie sind professionelle Gesprächspartner", erklärte Rektorin Ric und führte weiter aus: "Die Beschäftigung mit dem einzelnen Kind ergänzt hervorragend den Unterricht der Vorbereitungsklasse und schafft Raum für authentisches Deutschlernen."

Bedeutung der Zuwanderung

In Nachgesprächen ging es um die Bedeutung der Zuwanderer für die Bundesrepublik. Die Senioren sehen sie als Bereicherung. 60-plus-Mitglied Françoise Gaillard-Schumacher betonte das bei den Bürgern gestärkte Mitgefühl, und Mehrer verwies auf die erfolgreichen Schachspieler der Jahnschüler: "Alle mit Migrationshintergrund", und lud zum nächsten Treffen ein, am 17. März, 16.30, mit Peter Kruse in der Schillerschule. sr

© Schwetzinger Zeitung, Dienstag, 23.02.2016

 SZ vom 08.02.2016

 Brühler Anzeiger vom 30.01.2016

SZ vom 25.1.2016

SZ vom 19.11. 2015

 SZ v. 05.11. 2015

Aktion 60+: Neue Patenschaften geschlossen / Weitere „Adoptiv-Omas und -Opas“ gesucht

Alle Kinder haben „Großeltern“

BRÜHL. „Erfreulich und vorzeigbar“ so bewertet die Aktion 60+ in einer Pressemitteilung das erste „Adoptiv-Großeltern“-Treffen. Für alle neu zu betreuenden Kinder hätten sich Mentoren gefunden. Und bestehende Partnerschaften seien ohnehin weitergelaufen, heißt es weiter. Die Mitglieder der Aktion meldeten also zufrieden und nicht ohne Stolz, dass sie derzeit alle Wünsche der Schulleitungen erfüllt hätten.Die Betonung liegt allerdings auf „derzeit“. Denn die Gemeinde Brühl hat schon wissen lassen, dass sie in wenigen Wochen Flüchtlingsfamilien mit schulpflichtigen Kindern erwartet. Schon jetzt sammeln Ingrid Kuppinger und Klaus Peschke, zwei neue Mitstreiter der Aktion 60+, erste Erfahrungen mit neu Angekommenen. So erteilen sie einer jungen Mutter mit zwei Kindern aus Eritrea und einem Jungbäcker aus Gambia Deutschunterricht. Einen zweiten Startschuss verzeichnet die Aktion 60+ mit dem Beginn ihrer Sitzungen mit dem Theologen und Psychologen Peter Kruse aus Heidelberg. Der frühere Religionslehrer am Gauß-Gymnasium Hockenheim vermittelt in diesen Gesprächen pädagogisches Wissen und – für die Teilnehmer noch wichtiger – Gelassenheit.

Gemeinsamkeit mit den Jungen

Am beeindruckendsten für die Senioren ist, wenn sie erfahren, etwa aus der Shell-Studie, mit welchen Lebensgrundsätzen sie bei jungen Menschen rechnen dürfen. Dabei wird ihnen, ebenso regelmäßig wie überraschend, bestätigt, dass die jungen Menschen in Bezug auf ihre Werte praktisch voll und ganz mit ihnen übereinstimmen. Die gegenwärtige Generation der Heranwachsenden sei so verantwortungsvoll und pflichtbewusst, wie man es sich nur wünschen kann. Mit solchen Gewissheiten ein Schuljahr zu beginnen, zeigt den Älteren, dass es trotz mancher Zweifel eine breite Gemeinsamkeit in unserer Gesellschaft gibt. 

Wer möchte mitmachen?

Ermutigt werden sollen auch alle Mitbürger, die Aktion 60+ und ihre Ziele kennenzulernen – am besten im Gespräch mit Peter Kruse. Zum ersten Treffen lädt die Aktion 60+ daher alle ein, denen die Zusammenarbeit mit Kindern Freude bereit. Die Anmeldung erfolgt über die Website, dort sind die Kontaktdaten zu finden.

Das nächste Treffen findet am Donnerstag, 12. November, in der Schillerschule statt und beginnt um 16.30 Uhr. zg

w Informationen im Internet

unter www.bruehler-aktion-

60-plus.de.

Aktion 60+: Neue Patenschaften geschlossen / Weitere „Adoptiv-Omas und -Opas“ gesucht

 Brühler Rundschau 02.10.2015

Brühler Aktion 60+ startet ins 8. Jahr

Das Generationenbündnis ist ein Mehrwert

„Pädagogischer Werkzeugkasten“ von Peter Kruse

Mit einem überzeugten Bekenntnis zur Zusammenarbeit begrüßte Rektor Michael Körber die Mitglieder der Brühler Aktion. Vor 7 Jahren hatte der Hausherr der Jahnschule mit der Gründung einer Schach-AG ihren Start ermöglicht und erklärte nun „Das Generationenbündnis ist ein Mehrwert für die Schule. Die persönlichen Begegnungen sind unersetzlich“. Die anwesenden Pädagogen, Birgit Ric, Thomas Rey und Sebastian Köppe nickten zustimmend, und die Gelobten freuten sich. Mit einem Lächeln als Dank. Dem schloss sich ihr Sprecher Helmut Mehrer an, bevor er sich den

Aufgaben des alten und neuen Jahres zuwandte. Ein „pädagogischer Werkzeugkasten. Als er ab seinem zweiten Jahr 60+ Migrantenkinder unterrichtete und die Zahl zweistellig wurde, wollten die Neu-Mentoren mehr über Erziehung wissen. Auf diesen Wunsch ging ihr Coach Peter Kruse gerne ein. Der von Rektorin Ric eingeladene Theologe und Psychologe führte in zentrale Themen seines Fachs ein, erläuterte Grundwerte, Achtung und Selbstachtung oder das Umgehen mit auffälligem Verhalten und stärkte so allen den Rücken. Diese Reihe wird er am 12. November beim nächsten Treffen wieder aufnehmen. Neben seiner geschätzten Supervision.

Mitwirkung am „Gemeindekonzept“Die Einladung der Gemeinde, an ihrer Zukunftsbefragung teilzunehmen, registrierten die Senioren mit Freude und Ernst. Sie fühlen sich mit ihrem Engagement als wichtiges Element in der Gesellschaft des Ortes anerkannt und bringen gerne ihre Ziele ein: gegenseitige Wertschätzung, Großherzigkeit, Fürsorge und Solidarität. Wichtig ist ihnen auch, dass sie mit ihrem Coach ihr eigenes Tun reflektieren und andere zum Weiterdenken einladen.

Nachhaltige ProjekteSeit vier Jahren unterstützt 60+ auch die 9. Klassen der Schillerschule, die Bewohner des B+O-Heimes als Zeitzeugen zu befragen. Schüler des letzten Jahres wurden in ihrem Interesse an der Geschichte so gestärkt, dass sie Bilder über den Ersten Weltkrieg malten und am Jugendaustausch mit Frankreich teilnahmen. Dort werden am 8. November ihre Werke als Teil einer großen Ausstellung gezeigt.Am Ende des Treffens stand die Verabschiedung des langjährigen Mitstreiters Rainer Knapp, der Brühl verlässt. Helmut Mehrerdankte ihm auch im Namen von BM Dr. Göck für seine hochmotivierte Mitarbeit. Dem schlossen sich alle Anwesenden persönlich an. Rektor Körber fügte hinzu, er habe sich durch Knapps Erfahrungen aus seiner Arbeit in der Industrie bereichert gefühlt. Gibt es eine überzeugendere Einladung, sich 60+ anzuschließen? Der erste Schritt wäre ein Besuch der Website www.bruehler-aktion-60-plus.

d

 SZ vom 28.08.2015

 60plus: Senioren bewerben sich mit neuer Geschichte beim ARD-Pinball-Hörspielwettbewerb / Thema Krieg und Frieden

Abrahams Segen in einer Welt der Gewalt

Senioren von 60plus bei der Aufnahme des Hörspiels "Sei ein Segen": Dietlinde Blank, Walter Weiß, Dittmar Köhler, Horst Zohsel und Helmut Mehrer (v. l.).

© Lenhardt

Brühl. Aus ihrer eigenen Initiative heraus hatte sich die Seniorenaktion 60plus bereits 2014 am ARD-Pinball-Hörspielwettbewerb beteiligt. Mit "Leid verhindern, sich als Geschwister sehen, ein Segen sein" hatten sie zwar nicht den begehrten Preis gewonnen, aber mehrere Einladungen erhalten. Ihr Coach, der Psychologe und Theologe Peter Kruse, ermutigte die Aktiven der Gruppe dabei: "Euer Text ist die geistige Entsprechung Eures mitmenschlichen Engagements."

Mit der Fachschaft Religion des Gauß-Gymnasiums lud Kruse die Brühler nach Hockenheim ein. Weitere Aufführungen folgten im evangelischen Gemeindezentrum und im Ketscher Pfarrzentrum bei der Kolpingfamilie. Nun nehmen die Senioren erneut am Wettbewerb teil, getreu dem Motto "Neues Spiel, neues Glück?" Ihr Hörspiel mit dem Namen "Sei ein Segen" entstand in Anlehnung an Abraham und seinem Gebot. Nach Ansicht der Mitwirkenden, Dietlinde Blank, Dittmar Köhler, Helmut Mehrer, Walter Weiß und Horst Zohsel, gilt sein Gebot für das Leben der Menschen ebenso wie für den Schutz der Umwelt.

Sie betrachten den Auftrag an Abraham als eine universale Ethik, die Kriege verbietet, denn nur deren Ende könne Energien freisetzen für den Kampf gegen die drohende Klimakatastrophe. Wie aber die Kriege beenden? Wie den Frieden und die Menschenrechte durchsetzen?

Der Text beginnt in der Hauptstadt aller Religionen, dem nur scheinbar friedlichen Jerusalem. Hier treffen sich Ismael und Isaak, die Söhne und Botschafter Abrahams. Der Weg führt weiter über das zerstörte Aleppo, wo sie Mohammed begegnen. In Lampedusa gedenken die drei Männer dann der toten Flüchtlinge.

Hoffnungsvolles Ende

In Deutschland schließlich erinnern sie sich an die vorbildliche Aufnahme von Flüchtlingen nach dem Zweiten Weltkrieg. Sie spüren aber auch die inneren Spannungen, mit denen die Menschen zu kämpfen haben. Der Text endet mit dem optimistischen Ausblick Mohammeds: "Sie werden es schaffen. Ich bin hoffnungsvoll!" sr

© Schwetzinger Zeitung, Freitag, 28.08.2015

SZ vom 26.07.2015

Aktion 60+: Gruppe tauscht Erfahrungen mit Eppelheimer AG aus

Kinder jederzeit fördern

BRÜHL/EPPELHEIM. Sebastian Köppe, Sozialarbeiter an der Realschule und mit der dort tätigen Aktion 60+ gut vertraut, hatte im Mai zum ersten Treffen eingeladen. Seine Postillion-Kollegin Denise Hoffmann von der Eppelheimer Friedrich-Ebert-Schule wollte sich bei Dittmar Köhler und Helmut Mehrer über die Brühler Aktion informieren. Zwei lange Monate später kam dann die Einladung nach Eppelheim, ins Rathaus, zur Sitzung der „Demografie AG“. Die nun um ihren Coach Peter Kruse und Horst Zohsel verstärkte Delegation war beeindruckt vom zupackenden Realismus und von der Vielfalt der Aufgaben, denen sich die AG stelle. Die anwesenden acht Vertreter verschiedener Vereine informierten sich bei ihrer Moderatorin Elisabeth Klett über die komplizierte Aufnahme von Flüchtlingen. Kurzerhand beschlossen sie, bei ihrer Flüchtlingsbetreuung zwischen Verfolgtenund „Wirtschaftsflüchtlingen“ nicht zu unterscheiden: „Wir machen keine Politik.“ Unterschiedliche Ansätze

Die Brühler fanden das bemerkenswert: Die Kinder sollen doch auf jeden Fall gefördert werden. Ihre dann folgenden Berichte fanden eine für sie sehr erfreuliche Aufnahme. Dabei wurde die ihnen wichtige Supervision nur kurz kommentiert: „Das machen wir mit der psychologischen Beratungsstelle“. „Ob das gelingt?“, fragten sich die Brühler auf dem Rückweg zum Parkplatz. Nach ihrer Erfahrung entsteht das für ihre Arbeit unverzichtbare Vertrauen am zuverlässigsten durch einen verlässlichen Partner.

Aktion 60+: Senioren überreichen Rektor Bernhard Gantner ein besonderes Geschenk

Patenschaft zum Abschied

Der Sprecher der Gruppe 60+, Helmut Mehrer (r.) überreicht dem Rektor der Dönhoff-Realschule, Bernhard Gantner, ein Abschiedsgeschenk.

© lenhardt

Brühl. Bunter und vielfältiger lässt sich der Abschied von einem Schulleiter nicht vorstellen. Die Aktion 60+ traf sich zu ihrer letzten Sitzung in einem Klassenzimmer der Realschule.

Zunächst ging es aber um die Ausstellung "Der Erste Weltkrieg in den Augen unserer Schüler". Nach einer kooperativen Unterrichtseinheit und einem Rundgang auf den Spuren der Geschichte des 20. Jahrhunderts hatten Schillerschüler Bilder gemalt, die sich mit Schrecken des Kriegs befassten. Sie wurden zunächst in Brühl, dann in der Partnergemeinde Ormesson ausgestellt, um nun dort in einer großen Weltkriegsausstellung mit Werken aus vier Nationen noch einmal gezeigt zu werden.

Kontinuität des Unterrichts

In der Supervision ging es um ein Mitglied der Gruppe, das Schüler in den Bereich Ethik betreuen wird. Gemeinsam erörterten die Gesprächsteilnehmer zunächst die Bedingungen des Engagements, versetzten sich dann in die Situation der Schüler und am Ende des Lehrers. Schließlich entwickelten sie eigene Lösungen. Vor allem dachten sie an die Kontinuität des Unterrichts, an eine die Stunden verbindende Spannung, an einen "roten Faden".

Der Ratschlag des Psychologen Peter Kruse: Am Anfang einer Zusammenarbeiten müssten Regeln stehen, die in einem nicht unbedingt geschriebenen Vertrag zusammengefasst werden sollten. Für diesen Vertrag könnten die Schüler Mitverantwortung tragen, zum Beispiel, indem sie mit gelben und roten Karten das Verhalten von Störern ahndeten. Alle waren einverstanden

Geselliger Ausklang im Garten

Danach zog die Aktion 60+ vom Klassenzimmer in den "Sommergarten", in dem sie Rektor Gantner zum Grillen erwartete. Als Dankeschön und zum Abschied für den in den Ruhestand wechselnden Rektor hatte sich die Aktion eine Zwei-Jahres-Patenschaft für ein Kind aus Brühls afrikanischer Partnerstadt Dourtenga einfallen lassen, Helmut Mehrer, der es überreichte, begründete die Wahl: "Wir haben ein Geschenk gesucht, mit dem sie anderen eine Freude machen. Und wir wissen, wie eng sie mit Afrika verbunden sind."

Bernhard Gantner fühlte sich von der Gruppe verstanden: "Das einzige Geschenk, das ich bereit bin anzunehmen." sr

© Schwetzinger Zeitung, Samstag, 04.07.2015

Aktion 60plus: Ehrenamtliche Helfer unterstützen aktuell rund 30 Schüler / Positive Zwischenbilanz nach sieben Jahren Engagement

„Geben Kindern viel an Wertschätzung“

Von unserem Redaktionsmitglied Ralf Strauch

Als Partner auf Augenhöhe sehen sich die Rektoren und die Mitglieder der Aktion 60plus (v. l.): Helmut Mehrer, Dittmar Köhler, Francoise Gaillard-Schumacher, Dietlinde Blank, Bernhard Gantner, Michael Körber, Monika Ludes-Albers und Birgit Ric beim gemeinsamen Gespräch in der Schillerschule.

© strauch

Brühl. "Ich glaube, dass in Brühl durch die Arbeit in unserem Projekt das Miteinander der Generationen ein Stück weit freundlicher geworden ist", zieht Helmut Mehrer eine Zwischenbilanz nach fast sieben Jahren ehrenamtlichen Einsatzes der Aktionsgruppe 60plus. Deren Mitglieder sind Menschen aus der Großelterngeneration, denen es wichtig ist, sich sozial-karitativ zu engagieren. Sie arbeiten an den Brühler Schulen ehrenamtlich und unentgeltlich mit Kindern, die ihre Unterstützung benötigen, motivieren sie zum Lernen und fördern Fähigkeiten, die in der Schule, aber auch im späteren Leben nützlich sind. "Die jungen Menschen zu stärken, ist ein wichtiges Element in unserer Motivation", unterstreicht Mehrer im Gespräch mit unserer Zeitung. Aber eines wird im Gespräch mit den aktiven Senioren auch schnell deutlich, sie sehen ihre Arbeit als ein Geben und Nehmen, als ein Engagement mit dem auch ihr Leben auf vielfältige Weise bereichert wird. Oder wie es Mehrer formuliert: "Es wirkt in die Gesellschaft hin und es wirkt so auf uns zurück."

Begonnen hat es 2008 mit der Idee einiger Ruheständler, in der Jahnschule zusammen mit talentierten Grundschülern eine Schach-AG zu gründen. Schnell wurde klar, dass sich die Senioren noch auf andere Weise in den Schulalltag einbringen könnten, dort, wo die Institution Schule Schwierigkeiten hat, Kinder individuell zu fördern, den Lehrern helfend zur Seite zu stehen.

Der Staat könne nicht alles garantieren, was für jeden Einzelnen nötig sei, fasst der Rektor der Jahn-Grundschule, Michael Körber, das Dilemma der Lehrer zusammen, deshalb brauche er für diese Bereich die Bürger, die sich für die Gesellschaft engagieren. Und so sei es ein Glücksfall gewesen, dass sich die Aktion 60plus in Brühl gefunden habe.

So wurden schon damals die Ziele formuliert: Die Gruppe wollte den jungen Menschen Orientierung bieten, Freundlichkeit und gegenseitige Achtung im Umgang der Generationen stärken sowie die Chancen für Kinder aus sozial schwächeren und Migranten-Familien verbessern.

Aber das war es auch schon an starrem Konzept. Bis heute reagieren die Mitglieder von 60plus flexibel und individuell auf die jeweiligen Situationen. Dabei hilft ihnen nicht selten ihre Erfahrung als Eltern und Großeltern, "ansonsten lernen wir an dem, was wir tun", sagt Mehrer. Den pädagogischen und psychologischen Hintergrund bekommen die Helfer durch den Psychologen Peter Kruse, der regelmäßig Seminare und Gesprächskreises anbietet, die vom Förderverein der Schillerschule gesponsert werden.

Sehr positive Reaktionen

"Es ist eine große Freude, hier etwas weiterzugeben", fasst Horst Zohsel - einer der 37 Aktiven bei 60plus - seine Motivation in Worte, "auch wenn man manchmal mit dem einen oder anderen schwierigen Fall zu tun hat". Doch freue er sich jedes Mal auf die Zeit in der Schule. Und das positive Feedback der jungen Menschen auf sein Engagement mache das Ganze zu einer sehr befriedigenden Sache, die eine gewisse Erfüllung bringe. Auch Dittmar Köhler hebt in seiner Bilanz hervor, dass er nicht nur zu geben hat, sondern von den Jugendlichen und Kindern auch bekommt: "Ich lerne hier jeden Tag aufs Neue und das hört nicht auf, sondern geht immer weiter."

Fester Partner im Schulalltag

"enerationenübergreifenden Engagement. Und auch wenn die Aktiven von 60plus zurückhaltend erzählen und ihr Licht unter den Scheffel stellen, merkt man im Gespräch schnell, dass sie nicht nur mit viel Lebenserfahrung, sondern auch mit brennendem Herzen bei der Sache sind.

"Sie sind uns ein fester Partner im Schulalltag, der gar nicht mehr wegzudenken ist", lobt Birgit Ric, Rektorin der Schiller-Werkrealschule. "Wir sollen differenziert unterrichten und dabei die Kinder individuell dort abholen, wo sie stehen", erklärt die Schulleiterin, "das gelingt aber leider nicht immer". Und da greife die Gruppe 60plus unterstützend ein. Sie sei inzwischen ein wichtiger, ein ganDas hält einen jung", urteilt auch Francoise Gaillard-Schumacher, "weil man nicht in eine starre Routine verfällt, sondern sein Wissen vermehrt, denn ich muss mich jedes Mal auf eine andere Situation einstellen". So partizipiere letztlich jeder Beteiligten vom gz selbstverständlicher Teil der Schule geworden.

Auch Rektor Bernhard Gantner von der Marion-Dönhoff-Realschule ist voll des Lobes und belegt den Erfolg der Gruppe 60plus statistisch. Denn bei sehr vielen betreuten Jugendlichen hätten sich die schulischen Leistungen verbessert. "Es gibt natürlich nicht nur Erfolgsgeschichten", fügt er hinzu, "doch ich spüre immer sehr viel Dankbarkeit für die Unterstützung - bei allen Beteiligten". Insgesamt werden aktuell rund 30 Kinder von 60plus begleitet.

Lernschwierigkeiten zu überwinden, sei dabei nur ein Erfolg der Zusammenarbeit, "die Zeit, die sie den Kindern schenken, ist besonders wertvoll", so Ric. Und so sehen die Schüler die Senioren zumeist weniger als Nachhilfelehrer an, die zusätzliche Arbeit bedeuten. "Sie freuen sich richtig, wenn sie eine Unterstützung von 60plus erfahren, wenn sie eine zeitlang spüren, dass sie und nur sie wahrgenommen werden."

Keine reine Wissensvermittlung

"Es geht ja bei unserer Arbeit nicht um reine Wissensvermittlung", betont Dietlinde Blank von 60plus, "sondern auch um soziale Einstellungen, wir wollen auch das Gefühl stärken, mit dem die Kinder und Jugendlichen erkennen, was richtig und was falsch ist". So helfen die Senioren den Heranwachsenden, ihre Persönlichkeit zu festigen, fügt Monika Ludes-Albers hinzu.

"Wir geben den Kindern viel an Wertschätzung", stellt Mehrer einen wichtigen Aspekt der Arbeit heraus. Und dann erinnert sich Dietlinde Blank an das, was sie einmal einem Kind auf die Frage geantwortet hat, warum sie ihm eigentlich helfe: "Weil ich es gerne mache und mir etwas an dir liegt."

© Schwetzinger Zeitung, Montag, 04.05.2015

BR 20.3. 2015,

BR vom 13.03.2015

 Brühler Aktion 60+: Vertrauen und Wissen

Peter Kruse: „Kinder anleiten, ohne sie zu erdrücken“

Gespräche zu führen, ist eine Kunst. Über die dazu gehörigen

Fähigkeiten, etwa das notwendige Vertrauen aufzubauen, verfügen

jedoch nicht alle Menschen in gleichem Maß. Jeder sollte sich aber

bemühen, nicht spontan „aus dem Bauch“ zu reagieren, sondern

erst nachfragen und nicht sofort den Kompromiss suchen. Vor

allem aber ist wichtig, Regeln einzuhalten: das Problem zu defi-

nieren, Lösungen zu sammeln, sie gemeinsam zu bewerten, einen

Beschluss zu treffen und ihn konsequent zu verwirklichen.

Diese Wissen aus ihrem ersten Gespräch mit dem Psychologen

und Theologen Peter Kruse haben die Brühler SeniorInnen beim

zweiten angewandt: In ihrer zweiten Sitzung überlegten sie, ab

wann und wie man Kinder stärken soll, die Konflikte zu verarbeiten

haben.

Beim nun anstehenden Treffen, am Donnerstag, 19.3., 16.30 Uhr

in der Schillerschule, wird Peter Kruse die Schritte der Supervi-

sionsarbeit noch einmal genau erklären und dann konkret Fälle

aus dem Teilnehmerkreis behandeln. Dabei strebt er als Ergebnis

des Gesprächs an, Ratschläge zur Anleitung von Kindern zu erar-

beiten: „Wie können wir Kinder anleiten, ohne sie zu erdrücken

oder Widerstand zu produzieren?“ Da Kinder heute über ein feines

Gespür für ihre eigene Ehre verfügen, wird der Schwerpunkt des

Gesprächs auf zwei Fragen liegen: „Wie vermeiden es die Mento-

rinnen, ihre Partner zu kränken?“, und damit „Wie erlauben wir es

ihnen, ihr Gesicht zu wahren?“

Zur Begegnung mit Herrn Kruse in der Schillerschule, 19.3., 16.30

Uhr, sind alle älteren Mitbürger eingeladen, die sich vom Thema

des Tages und der Tätigkeit von 60+ angesprochen fühlen. Erste

Informationen sind auf der Homepage zu finden:

www.bruehler-aktion-60-plus.de



 

SZ vom 03.02.2015 

 Aktion 60+: Hörspiel über drei Religionen wird aufgeführt 

Gottes- und Menschenbilder 

Brühl. "Mit Muslimen verständnisvoll zusammenleben - für die Brühler Aktion 60+ eine absolute Pflicht", 

erklärt deren Sprecher Helmut Mehrer, "eine Pflicht, der wir gerecht werden, egal ob die Schüler 

nun Achmed oder Achim, Güne oder Gunhild heißen". So werde in den Betreuungsstunden nie

 nach der Religion gefragt und außerdem bemühe man sich um ein besseres Verständnis des Islam. 

Das sei beispielsweise mit einem Hörspiel der Aktion geschehen, in dem Isaak und Ismael, die

beiden Söhne Abrahams, ihr Erfahrungen und Meinungen über Gottes- und Menschenbild austauschen. 

Das Ergebnis: Eine Rückkehr zu Abraham, den Vater der Verehrung des einen Gottes, zu dem alle

Religionen beten. Seine Botschaft lässt sich so auf ein Menschenbild und eine Moral zurückführen: 

Es sei wichtig, die Geschichte der Religionen kennenzulernen. Das Hörspiel, in dem dies auf 

unterhaltsame und nachdenkliche Weise geschieht, sei geeignet, Sympathie, Verständnis und

 Frieden in der Gesellschaft zu stärken, sind sich die Aktiven einig. 

Das Hörspiel wird am Dienstag, 10. Februar, ab 14.30 Uhr bei der kommunalen Altenbegegnung

im evangelischen Gemeindezentrum aufgeführt. Alle Interessierten sind eingeladen, dort dieses interessante Hörspiel der Gruppe 60+ zu erleben. sr 

© Schwetzinger Zeitung, Dienstag, 03.02.2015   

 SZ vom 23. 1. 2015

Marion-Dönhoff-Realschule: Schüler aus Brühl und Ormesson überraschen
sich gegenseitig mit jeweils selbst gedrehten Filmen
Freundschaft per Videos vertieft
Von unserem Mitarbeiter Volker Widdrat


Vorbereitung auf den Schüleraustausch an Ostern: Gestern Mittag zeigten Französischlehrerin
Julia von Conrady und Organisator Helmut Mehrer (von rechts) an der Dönhoff-Realschule
den Brühler Schülern das Video aus Ormesson, zeitgleich schauten die Schüler des Collège
Antoine de Saint-Exupéry in der Partnergemeinde bei Paris das Video aus Brühl an.
Brühl. Seit 1977 unterhält Brühl eine Partnerschaft zur französischen Gemeinde Ormessonsur-
Marne. Seit 20 Jahren findet auch ein regelmäßiger Schüleraustausch zwischen der
Hufeisengemeinde und dem kleinen Ort rund 13 Kilometer südöstlich von Paris statt.
Gestern erfuhr die deutsch-französische Freundschaft zwischen den Jugendlichen beider
Länder noch eine Steigerung: Schüler der Marion-Dönhoff-Realschule und der Schiller-
Grund- und Werkrealschule, die am nächsten Austausch teilnehmen, hatten gemeinsam mit
Lehrerin Julia von Conrady ein Video angefertigt, das am gestrigen 52. Jahrestag der
Unterzeichnung des deutsch-französischen Freundschaftsvertrags vom 22. Januar 1963 in
Ormesson-sur-Marne gezeigt wurde.
"Eine tolle Idee zum Jahrestag"
Zeitgleich war ein von Schülern des dortigen Collège Antoine de Saint-Exupéry gedrehtes
Video in Brühl zu sehen. "Eine tolle Idee zum Jahrestag des Elysée-Vertrags", freute sich
Helmut Mehrer.


Der ehemalige Gemeinderat und Gründer der Aktion 60+ war viele Jahre als Lehrer für
Französisch, Geschichte und Politik in Mannheim tätig und fungiert seit langem als
Dolmetscher für die deutsch-französische Partnerschaft. In Ormesson-sur-Marne war letztes
Jahr nach der Wahl von Marie-Christine Ségui zur Bürgermeisterin auf deren Wunsch das
Partnerschaftskomitee um Michèle Crocheton und Jean-Maurice Gardey noch einmal neu
gegründet worden.
Initiative gewinnt an Schwung
Die Initiative dazu kam von Marion Balay, die einst selbst am Schüleraustausch
teilgenommen hatte. Beim Besuch der französischen Delegation vergangenes Jahr in Brühl
hatte es erste Absprachen gegeben. Die 9. Klasse der Dönhoff-Realschule hat Französisch. An
der Schillerschule gibt es das Fach nicht, deshalb brachte Helmut Mehrer den Kids in einem
zweistündigen Kurs einige Sätze bei.
Außerdem malten die Jugendlichen noch Bilder zum Thema Erster Weltkrieg, die in dem
Video ebenfalls präsentiert werden. Mehrer, der mit den Schülern der Schillerschule in
nächster Zeit noch wöchentlich jeweils zwei Stunden französische Kommunikation trainieren
wird, hatte gestern Geburtstag und bekam gleich ein Ständchen gesungen - selbstverständlich
auf Französisch: "Joyeux anniversaire."
Der Brühler Film zeigt tolle Impressionen aus der Hufeisengemeinde. Benjamin, Luka-Marie,
Max, Leilah und Moses teilen den französischen Jugendlichen mit, dass sie Croissants, Sport
im Allgemeinen, Paris, den Eiffelturm, Tanzen, Pizza und noch vieles mehr mögen. Shawn
erzählt über Brühl. Carina liebt die Tour de France. Immanuel interessiert sich für Fußball.
Ardonita geht gerne shoppen. Lukas fährt Kajak, Pius kickt, Virginia hat ebenfalls eine
Leidenschaft für Sport und Josua verabschiedet sich mit: "au revoir et à bientôt".

Austausch intensivieren
Rektor Bernhard Gantner lobte das Engagement der Schüler. Er freue sich, dass die jungen
Leute den Austausch wieder in Bewegung brächten. Die Schüler von Ormesson-sur-Marne
haben ein noch besseres Video fabriziert. In dem halbstündigen Film geben sie einen
kompletten Überblick über ihr Collège. Laurent, Marie, Lise, Shaheen, Thibault, Baptiste,
Mathéo, Lucas, Louan und Meiline zeigen zu Anfang die Tradition der "Galette des Rois".
Der Dreikönigskuchen, in den ein Stück Gold eingebacken ist, wird in Frankreich am 6.
Januar serviert.
"Deutsch ist super, toll, leicht", singen die fröhlichen Kids und stellen zahlreiche deutsche
Wörter vor, die sie bereits kennen. Deutsche trinken nur Bier, Franzosen nur Wein - auch die
Klischees fehlen nicht.
Alles wird lustig karikiert. Eine Klasse beschreibt den Schulalltag, eine andere stellt das
französische Schulsystem vor. Und was ihre Schulkantine so alles bietet, das wissen die
Brühler Schüler nun auch. Da dürfte einem erfolgreichen gegenseitigen Besuch über Ostern
nichts mehr im Wege stehen.
© Schwetzinger Zeitung, Freitag, 23.01.2015

SZ vom 28.10.2014

Aktion 60+: Psychologe Peter Kruse über moderne Medien

Von Kompromissen und Lösungen ohne Verlierer

Brühl. Die Technik stand am Beginn des jüngsten Treffens der Aktion 60+. Dittmar Köhler stellte seine Kommunikationstechnik vor: PC, Notebook, Tablet, E-Book-Reader und Smartphone. Seine Freunde hielten mit, erklärten die eigene Ausstattung und bekamen Rat: Was darf ein PC kosten?

Wie erklären sich unterschiedliche Preise? Darf man auch Billigeres kaufen? "Man darf", meinte Köhler, "es muss aber das Richtige sein". Dann sagte er auch praktische Übungen zu, vielleicht im Informatikraum einer Schule.

Wenn Konflikte auftauchen

Dass in jeder Kommunikation auch Konflikte auftauchen und bewältigt werden müssen, war die Botschaft des Psychologen Peter Kruse. Seine Botschaft: "Niederlagelose Lösungen", bei denen es keine Verlierer gibt, sondern "Win-win-Situationen". Nicht aus dem Bauch reagieren - nachfragen. Kruse gestand ein eigenes Scheitern ein: Ein Schüler hatte ihn mit einem schick klingenden Satz provoziert.

Einverständnis wurde besser

Da er ihn gut kannte, hätte er wissen müssen, dass die Formulierung "nach Timbuktu!" unbedacht war. Anschließend klärte sich alles auf, der Schüler nahm die Entschuldigung an. Nichts war verloren, das Einverständnis wurde sogar noch besser. Dennoch als Rat des Lehrers: "Den Partner achten und sich erklären lassen."

Den Erklärungen "aktiv" zuzuhören, bilden den ersten Schritt zum Definieren des Problems. Ihm folgen das Sammeln von Lösungen und ihre Bewertung, bevor die Lösung gemeinsam beschlossen und ihre Umsetzung gemeinsam angegangen werde.

Bei dieser Umsetzung wiesen die Senioren darauf hin, dass sich die Partner, zum Beispiel die Schüler, bewusst sein müssen, zu welchen Konsequenzen das Nichteinhalten führt.

Die Frage nach dem Unterschied zwischen einer "niederlagelosen Lösung" und einem Kompromiss nahm Peter Kruse sehr ernst. Wenn allzu früh eine Kompromissformel im Raum steht, werden möglicherweise wichtige Argumente vergessen, die nachträglich auftauchen und die Lösung infrage stellen. Sein Rat: "Das Szenario noch einmal durchspielen."

Anstehende Termine genannt

Was darauf noch folgte, waren Termine: Sebastian König, der Partner für 60+ an der Realschule besprach die Verteilung der zu betreuenden Schüler.

Peter Kruse lud die Brühler Aktion schon einmal zu seinem nächsten Vortrag in der Schillerschule am 15. Januar kommenden Jahres und zum "Tag der Religionen" in das Hockenheimer Gymnasium am Dienstag, 27. Januar, ein. Am Ende stand der Dank des Sprechers von 60+, Helmut Mehrer. sr

© Schwetzinger Zeitung, Dienstag, 28.10.2014

SZ vom 11.10.2014

Aktion 60+: Schüler und Senioren haben eigenes Hörspiel verfasst / Referat mit Peter Kruse

„Selbstbewusst miteinander sprechen“

Brühl. Es wird Herbst, das Jahr geht zu Ende. Nur in den Schulen hat schon ein neues begonnen, jetzt, nach den großen Ferien. Die Aktion 60+, genauer gesagt: einige ihrer Mitglieder haben in den großen Ferien jedoch durchgearbeitet, ein Hörspiel verfasst, aufgenommen und auf ihre Homepage gestellt.

"Toll gemacht", lobte der Bundestagsabgeordnete Olav Gutting, und der Zentralrat der Juden hob in seinem Dank das "Engagement für ein friedliches Zusammenleben der Religionen" hervor.

Dieses Urteil trifft den Kern der Brühler Motive: Junge Menschen zu einem guten Zusammenleben führen und sie befähigen, sich im Leben zu bewähren. So liest man es auch in einem "coolen Rap" (Dittmar Köhler), mit dem die Brühler Senioren ihre Anliegen unter die Leute bringen. Ihr Coach, der Theologe und Psychologe Peter Kruse, wird der Aktion auch im neuen Schuljahr zur Seite stehen. Seine anfängliche Aufgabe, aus Ingenieuren, Betriebswirte, Führungskräften und Kaufleuten Mentoren zu machen, ist nun in eine Supervision gemündet.

Die Kinder moralisch stärken

Der Pfarrer wird sich also am kommenden Donnerstag keinesfalls mit einem Referat begnügen. Wie immer wird er deutlich machen, wie außergewöhnlich und wertvoll der ehrenamtliche Einsatz ist. Das ist keine Lobhudelei, Kruse ist überzeugt, dass seine Hörer nur durch "selbstbewusstes und glaubwürdiges" Auftreten ihre Schüler moralisch stärken können. Diese ehrliche Motivation werden auch alle erfahren, die neu zur Aktion 60+ dazu stoßen werden. Aufgaben gibt es in Fülle. Gerade in diesen Monaten, in denen viele Migranten in unsere Gemeinden kommen. Ein Erstklässler etwa, der fast nur ukrainisch und russisch spricht oder ein 9-jähriger polnischer Junge, der raschestmöglich in die Klasse integriert werden soll und will. Ältere Mitbürgerinnen, die sich von diesen Aufgaben angesprochen fühlen, sind hierzu eingeladen, die Kontaktadressen der Homepage anzuschreiben.

Jeder Mensch guten Willens wird gebraucht. Das Treffen mit Peter Kruse beginnt um 16.30 Uhr in der Schillerschule. Zuvor, um 16 Uhr, wird Dittmar Köhler Entwicklungen aus der Welt der PC erklären, die für alle hilfreich sind. sr

© Schwetzinger Zeitung, Samstag, 11.10.2014

BR vom 06.09.2014

Brühler Aktion 60+ - Herzliche Einladung

„Werden Sie mit uns älter und bleiben jung dabei“

18. September 16.30 – Start in das 7. Schuljahr

Bereits 2012, zu Beginn ihres fünften. Jahres, hat die Brühler Senioren-Aktion ihre Erfahrungen in zehn Sätzen zusammengestellt. Der siebte lautet: „Zustimmung und Freude, denen wir begegnen, sind eine wertvolle Anerkennung unseres Einsatzes.“  

Dass Freude und das Leben mit Kindern jung erhalten, bestätigen alle Großeltern. Die meisten tragen zwar keine direkte Verantwortung mehr für ihren Nachwuchs. Sie sind aber willkommene Partner ihrer Enkel und werden im Zusammenleben mit ihnen immer wieder jung.

Glücksmomente erleben die Mitglieder von 60+, wenn sie die Fortschritte ihrer Schüler erkennen, wenn sie spüren, dass ihre Beharrlichkeit und Mühe auf fruchtbaren Boden gefallen ist. Am deutlichsten erleben sie das freilich am Ende eines Schuljahres, wenn sich Klassen mit Briefen und kleinen Geschenken bedanken. Auch dann, wenn nur einer oder zwei ihrer Mitschüler betreut wurden 

Auf ihre Herausforderungen und auf die Augenblicke der Herzlichkeit freuen sich die Mentorinnen und Mentoren auch jetzt, am Beginn des neuen Schuljahrs. Es beginnt für sie am kommenden Donnerstag, 18. September, um 16.30 in der Jahnschule mit einem großen Willkommen. Zu diesem Treffen miteinander und mit den Schulleitern sind auch alle interessierten Seniorinnen und Senioren eingeladen. Wer Herzlichkeit zu verschenken hat, wird gebraucht. Und er bekommt sie garantiert zurück.

Zusagen werden gern angenommen (75 0 65) oder über die Homepage: www.bruehler-aktion-60-plus.de.

sr

SZ vom 22.8.2014

Aktion 60plus: Gruppe beschäftigt sich in einem Hörspiel mit den Parallelen des Christentums, des Judentums und des Islam

Eine Verpflichtung zum geschwisterlichen Miteinander

Brühl. Auf Einladung ihres Supervisors, Peter Kruse, gestaltete die Brühler Aktion 60plus Anfang vergangenen Jahres eine Veranstaltung am "Tag der Religionen" des Gauß-Gymnasiums Hockenheim.

Abiturientinnen trugen einen Lesungstext über eine fiktive Begegnung der Söhne Abrahams, Isaak und Ismael mit dem Religionsgründer Mohammed vor. Der Text entstand, um den Mitgliedern von 60+ zu helfen, ihren muslimischen Schülern unbefangen und ermutigend gegenüber zu treten.

Zentrale Aussage der Lesung war, dass Christen wie Muslime die biblischen Gestalten als geistliche Urväter sehen. Dabei beziehen sich die Christen mehr auf Isaak, Muslime mehr auf Ismael. Der Bibel zufolge musste Ismael mit seiner Mutter Hagar auf Wunsch Saras, der Mutter Isaaks, die Familie Abrahams verlassen. Das verdross Abraham, den Ismael und Isaak gemeinsam beisetzten - brüderlich und freundschaftlich, in nicht zu übersehendem Gegensatz zu dem Klima, das zwischen ihren geistigen Nachfahren herrscht.

Für das Handeln Verantwortlich

Alle auf die Bibel zurückgehenden Religionen, denen derzeit mehr als die Hälfte der Menschheit angehören, teilen drei Grundüberzeugungen. Da heißt es übereinstimmend, dass die Welt und die Menschen von einem Gott geschaffen worden seien, der den Menschen die Verantwortung für ihr Tun übertragen habe. "Damit sind die Menschen seine Kinder und untereinander Geschwister", erklärt Helmut Mehrer von 60plus. Außerdem kehren in allen drei Religionen die Menschen nach ihrem Tod zu Gott zurück, vor dem sie sich für ihr Tun verantworten müssen.

"Für ihr Handeln wurden die Menschen aller Religionen mit zwei Grundgeboten ausgestattet, die an Abraham ergangen sind und als moralische Mindestgebote für die ganze Welt gelten können", erklärt Mehrer weiter und verweist auf die Bibelstellen "Sei ein Segen." und "Tu dem Kind nichts zuleide." Beides gelte für alle Menschen und verbiete, einander seelisch oder körperlich zu verletzen, erst recht zu töten oder Kriege zu führen. Die beiden Grundgebote, die an Abraham ergingen, seien als moralische Minima für das Leben auf dieser Erde zu achten. Dass das bislang nicht gelang, sei eine der Ursachen für die zahlreichen Kriege und Grausamkeiten.

Diese Gedanken werden jetzt von der Aktion 60plus in einem Hörspiel, das in den nächsten Tagen produziert wird, weiter ausgeführt. Mit dem Ergebnis will sich die Gruppe am ARD-Radio-Hörspielwettbewerb "PinBall" beteiligen. sr

© Schwetzinger Zeitung, Freitag, 22.08.2014

Bericht SZ vom 27.07.2014

 Verbindungen zwischen früher und heute

Helmut Mehrer informierte die Jungen und Mädchen in der Rohrhofer Niederlassung der Schillerschule unter anderem über den Tabakanbau.

© Wendl

Brühl. Mucksmäuschenstill sitzen die Viertklässler der Rohrhofer Grundschule auf ihren Stühlen im Klassenraum. Vor ihnen sitzt Helmut Mehrer, der ihnen inzwischen zum elften Mal fiktive Briefe aus alter Zeit vorliest. Gespannt lauschen die Schüler den Erzählungen aus der Ortsgeschichte.

In den Briefen hat Mehrer unter fremdem Namen Geschichten über Brühl und Rohrhof geschrieben, um damit das Heimatgefühl zu wecken. An diesem Morgen geht es um den Heimatort der Heranwachsenden: den Rohrhof. "Ich habe zwölf Briefe zu zwölf Jahrhunderten aus der Sicht von Kindern verfasst. Es sind meine eigenen Produkte, da ich früher Geschichtslehrer in Mannheim war, bin ich unweigerlich mit dem Thema verknüpft", erzählt Mehrer.

Berührungspunkte

zum Alltag

Immer wieder gibt es in den Geschichten Berührungspunkte mit dem alltäglichen Leben der heutigen Schüler. Louis beispielsweise, der in der ersten Reihe interessiert zuhört, kennt einen Nachkommen des im Brief angesprochenen Herrn Geschwill. "Das ist mein Nachbar", meldet er sich nach dem Ende der Geschichte zu Wort. "Es ist doch toll, wenn die Schüler die Geschichten mit etwas verbinden können", freut sich Mehrer. Und auch Klassenlehrerin Sandra Meuter ist von dem Projekt angetan: "Die Themen müssen immer in den Unterricht passen, sonst macht es wenig Sinn. Außerdem ist das Niveau in den Briefen relativ hoch, aber die Kinder lernen spielerisch neue Sachen dazu."

Dank der zeichnerischen Erklärungen von Mehrer werden für die Schüler neue Begriffe verständlich. Nun wissen sie nun zum Beispiel, was eine Lohre ist. Jetzt versuchen die beiden Erwachsenen noch einen passenden Termin für den letzten, den abschließenden Brief zu finden. "Das ist am Ende des Schuljahres immer recht schwierig, aber ich denke wir werden da noch einen passenden Termin finden", hofft Meuter. Und Mehrer pflichtet ihr bei: "Ich hoffe wir finden noch einen Tag für einen runden und gelungenen Abschluss." mjw

© Schwetzinger Zeitung, Freitag, 25.07.2014

Bericht Schwetzinger Zeitung vom 20. Mai 2014

Aktion 60+: Peter Kruse bringt den Senioren das Thema „Mobbing“ näher und gibt ihnen hilfreiche Tipps für ihre ehrenamtliche Arbeit

Als Anwälte der Kinder sensibel reagieren

BRÜHL. Unter der Überschrift „Mobbing“ stand die Zusammenkunft der Mitglieder der Aktion 60+, der der geschätzte Coach Peter Kruse beiwohnte. Es ist bekannt, dass in vielen alten Kulturen einzelne ausgestoßen wurden, um zornige Götter zu besänftigen. In der Bibel war es ein Tier, ein mit Steinen und den Sünden des Volkes beladener schwacher Ziegenbock, das in die Wüste gejagt wurde: der Sündenbock. Dieses Denken lebe noch, veranschaulichte Referent Kruse: Kinder hänseln einander, irgendwann reagiert eines nicht selbstbewusst und wird plötzlich zum Opfer. Auf seine Kosten werden Witze gemacht, sein Eigentum wird beschädigt und im Internet wird dazu aufgefordert, es zu beleidigen. Die Folge: Den Betroffenen wird das Leben vergällt, sie stehen unter Dauerstress und werden krank, weil sie sich für das Tun anderer schuldig fühlen. Kruse betonte, dass viele Eltern nicht merken, was mit ihrem Kind geschieht. Lehrer hingegen könnten aus dem Verhalten ihrer Schüler Schlüsse ziehen. Kruse empfahl, Meckerstunden“ zu nutzen. Sitzen alle Schüler beisammen, sei die Chance groß, dass einer das Mobbing anspricht.

Vertrauenspersonen hinzuziehen

Als Anwälte der Kinder sollten auch die Mitglieder der Aktion 60+ sensibel reagieren. Ist ein Schützling häufig bedrückt, so Kruse „empfiehlt es sich, mit einer Vertrauensperson zu sprechen“. Wichtig ist: Sachlich bleiben, die Umstände aufklären, das Mobben abstellen, vor allem, indem man die Folgen zeigt. Je nach der Schwere des Vorfalls ist psychologische Beratung, ja sogar Hilfe von außerhalb der Schule erforderlich. Die Senioren ergänzten Kruses Ausführungen mit eigenen Erfahrungen. Anschließend waren sie sich einig, dass man über dieses Thema weiterreden müsse. Daher schlug Peter Kruse vor, es beim Treffen am Donnerstag, 10. Juli, 16.30 Uhr, in der Schillerschule um „Soziale Kompetenz“ zu erweitern.

 BR vom 28.02.2014

  SZ vom 17.02.2014

BR vom 14.02.2014

Schillerschule

Dritter Ethik- und Höflichkeitskurs an der Brühler Schillerschule

Sicheres Benehmen als Basis beruflicher Bewährung

Einladung zu einem den Kurs krönenden „Liebesmahl“

Zum dritten Mal überhaupt leitete Helmut Mehrer von der Brühler

Aktion 60+, seinen Kurs, dessen Ziel es ist, Schülerinnen und

Schülern emotional zu stärken. Zum zweiten Mal nach 2011 vertraute

ihm Ursula Warzel ihre 7. Klasse an.

 Frau Andrea Bretzel erklärt der 7a, wie die Messer zu platzierensind

Warum ausgerechnet eine Siebte? Zwei Gründe sprechen dafür: Mit

12-13 Jahren sind junge Menschen keine Kinder mehr. Mit der einsetzenden

Pubertät werden sie als Jugendliche, als Heranwachsende

angesehen und müssen sich neu „zusammenbauen“. Zweiter Grund:

In dieser Stufe steht ein ernst zu nehmendes Berufspraktikum an.

Der im Kern 6 Doppelstunden umfassenden Zusammenarbeit mit

dem Mentor gingen Informationen voraus: zum Schuljahresbeginn

die Präsentation der Grundideen vor der Gesamtelternschaft und

der Klassenpflegschaft, dann der Klasse selbst vor den Allerheiligenferien.

Anfang November war es dann so weit. In sechs Blöcken mit

jeweils einer informierenden „Vorlage“ und einem „Material“, die

einzeln oder in Gruppen zu bearbeiten waren, erwarben die jungen

Leute Grundeinsichten in ihr Denken und Fühlen. Dazu gehörte die

Einsicht in die zum Wesen der Welt gehörende Tendenz zur Zusammenarbeit.

Sie lässt sich bei den meisten Lebewesen nachweisen.

Schon bei den Insekten (bis hin zu Ameisen und Bienen), bei

Wirbeltieren (Fischen und Vögeln). Sie erreicht ihre konsequente

Gestalt bei den Säugern, wo sie mit der Überlegenheit verschaffenden

Sorge um den Nachwuchs beginnt und über das Mitgefühl bei

den Primaten bis hin zur Nächstenliebe der Menschen reicht.

Jedem Text waren Impulse zum Weiterfragen und Nachdenken

beigefügt.

Die praktische Arbeit begann mit Befragungen: Einstellung zur

Klasse, zu Mitschülern, Erwartungen (auch an sich selbst). Sie

bezog praktische Phasen ein: Vorstellung in der Klasse, Begrüßung

von Kameraden und aller zum Unterrichtsbeginn hereinströmenden

Schüler. Da dies befremdend und ungewöhnlich wirkte, wurde es

von mehr „Hallo“ als von ernst gemeinter Freundlichkeit begleitet.

Jedoch nicht bei allen Schülern! Am Ende standen zwei Reflexionsphasen.

In Gruppen sollten Vorschläge und Wünsche an das

Rektorat zu einer neuen Schulordnung zusammengetragen werden.

Zudem wurde jeder und jede individuell gebeten, das zusammenzustellen,

was er an seinen Mitschülern schätzt. („Was wir aneinander

mögen?“).

Den Abschluss an der Schule bildeten Mitte Januar berufswahlorientierende

Einzelgespräche mit Mitgliedern der Aktion 60+. Da

aber die Gruppenreflexionen zum Teil haarsträubende Ergebnisse

erbracht hatte – etwa unter dem Motto „Zurück auf die Bäume“

– beschlossen die Senior-Mentoren, den ersten Teil ihrer einstündigen

Beratungen als „Beichtstuhlgespräche“ zu verstehen. Doch

schon nach wenigen Minuten stellten sie völlige Übereinstimmung

fest. Auch darüber, dass sicheres Benehmen eine Basis für die

Bewährung im späteren Berufsleben darstellt, und dass „man tun

muss, was man als sinnvoll erkannt hat“.

Seine Krönung fand der Kurs schließlich bei einem festlichen

Mittagsmahl in dem Brühler Spitzengasthaus „Krone“. Andreas

Bretzel, der Wirt und Koch, hatte ein leckeres Menü mit drei Gängen

zubereitet. Seine Ehefrau Andrea, die Chefin des Service, wies

die Schüler in die Feinheiten des Tischdeckens und des Servierens

ein. Großen Beifall gab es als beide verkündeten, sie würden dieses

‚Liebesmahl sponsern’. Frau Rektorin Ric dankte dem Ehepaar

Bretzel überrascht und herzlich für diese Großzügigkeit. Ursula

Warzel und Mentor Mehrer überreichten den Schülern „für das

Portfolio“ ihre Teilnahme-Urkunden und ein Blatt mit den für

jeden bestimmten wertschätzenden Kommentaren aus. Alle gingen

fröhlich heim, aber erst nachdem sie Geschirr, Besteck und Gläser

zurückgetragen hatten.

sr

SZ vom 20.12.2013














SZ vom 02.12.2013

Aktion 60+
Wer bringt junger
Polin Deutsch bei?

BRÜHL. Das zweite Treffen der pädagogischen
Senioren der Aktion 60+
im neuen Schuljahr stehe unter erfreulichen
Vorzeichen, teilt Sprecher
Helmut Mehrer mit. Dennoch gebe
es einen satten Stillstand bei der Aktion
aber nicht. Zurzeit gehe es um
ein Kind, die zehnjährige Hanna aus
Polen, die so schnell und intensiv
wie möglich Deutsch lernen müsse –
hier sei Hilfe gesucht.
Von außen bekommen die Brühler
ermutigendes Lob. Experten in
der Betreuung Heranwachsender
bestätigen vor allem die Notwendigkeit
von Supervisionen. Die Aktion
60+ hat diese Aufgabe schon seit

über drei Jahren in die Hände des
Theologen und Psychologen Peter
Kruse gelegt. Weiteres wird während
eines Treffens am Mittwoch, 11. Dezember,
um 16 Uhr in der Schillerschule
bei einer vorweihnachtlichen
Kaffeetafel geplant. sr


i Weitere Informationen bei
Helmut Mehrer, Telefon 06202/
750 65, oder unter www.
bruehler-aktion-60-plus.de.Aktion 60+
 

SZ vom 16.11.2013 

 BR vom 11.10.2013

BR vom 27.09.2013

Schwetzinger Zeitung vom 25.09.2013

Aktion 60+: 30 Senioren unterstützen und fördern Kinder an örtlichen Schulen / Die Initiative feiert ihren fünften Geburtstag und denkt nicht ans Aufhören

„Positives Aushängeschild für unsere Gemeinde“

Von unserem Redaktionsmitglied Meena Stavesand

Rektoren, Bürgermeister, Sozialarbeiter und nicht zuletzt die Senioren stoßen auf den Erfolg der Aktion 60+ an.

© stavesand

Brühl. "Schach fördert die Disziplin, Kreativität, Zielstrebigkeit und auch das Spüren von Konsequenzen", erklärt Helmut Mehrer seine Beweggründe, 2007 die Schach-AG an der Jahnschule gemeinsam mit Schulleiter Michael Körber ins Leben gerufen zu haben. Aus dieser Arbeitsgemeinschaft ist etwas erwachsen, das in diesem Jahr seinen fünften Geburtstag feiert. "Die Aktion 60+ ist aus unserem Schulalltag nicht mehr wegzudenken", betont Birgit Ric, Rektorin der Schillerschule, die Bedeutung der Senioren für die Schüler. "Wir sind quasi seit Anfang an mit dabei. Als ich von der Aktion gehört habe, meldete ich mich sofort. Denn wir haben auch Bedarf." Bei der Aktion 60+ engagieren sich Senioren an Schulen und fördern die Kinder.

"Es ist eine Bereicherung für unsere Schulen", sind sich Körber und Ric einig. "Es gibt den Kindern auch eine Struktur - viele kennen solche festen Rituale von zu Hause gar nicht mehr - und sie spüren, was Zuverlässigkeit bedeutet", so Birgit Ric.

Integriert und akzeptiert

"Wir sind Menschen aus der Großelterngeneration, die sich sozial-karitativ engagieren wollen", verdeutlicht der Impulsgeber der Aktion die Motivation der mittlerweile 30 Senioren. "Wir arbeiten ehrenamtlich mit den Schulen zusammen und helfen Kindern, die unsere Unterstützung brauchen. Wir motivieren sie zum Lernen und fördern Fähigkeiten - nach ihrem individuellen Tempo."

Die Senioren spüren deutlich, dass den Kindern diese Fürsorge gut tut - und dies sei Motivation genug, sich auch die nächsten Jahre zu engagieren, so der Tenor bei der Jubiläumsfeier in der Jahnschule. Bei Sekt, Orangensaft und Laugenbrezeln kamen alle ins Gespräch.

Austausch der Generationen

"Wir haben das Gefühl, integriert und akzeptiert zu sein", zählt Helmut Mehrer einen Punkt auf, der auch für die Senioren wichtig ist. "Viele unserer Schüler wachsen ohne ihre Großeltern auf, da schafft die Aktion 60+ einen Ausgleich", spricht Schulleiter Körber einen wichtigen Punkt an. "Es ist ein Austausch der Generationen, der für beide Seiten positiv ist." Für Mehrer ist klar: "Unsere Arbeit ist ein positives Aushängeschild für unsere Gemeinde."

Und mit diesem Satz nimmt er Bürgermeister Dr. Ralf Göck die Worte schon aus dem Mund. Göck betont in seiner Ansprache ebenfalls den wertvollen Charakter der Aktion 60+ für Brühl und bedankt sich bei allen Beteiligten für den Beitrag zum Gemeindeleben. "Wir haben gemerkt, dass Freundlichkeit und Höflichkeit zugenommen haben", spricht Helmut Mehrer einen weiteren Vorteil an. Die von der Aktion betreuten Kinder grüßen die Senioren auch außerhalb der Schule und freuen sich, sie zu treffen.

Selbstwertgefühl gesteigert

Für Schulleiterin Ric ist eines klar: "Die Aktion 60+ ist an unserer Schule nicht mehr wegzudenken. Wir sind froh, dass sie an unserer Seite sind, vor allem jetzt - sind doch gerade die Erstklässler angekommen." Aber nicht nur an den Grund- und der Werkrealschulen sind die Senioren aktiv. Auch in der Marion-Dönhoff-Realschule helfen sie.

"Die Initiative ist für uns sehr wichtig", findet Schul-Sozialpädagogin Jaqueline Manzanet. "14 Kinder werden bei uns zurzeit betreut. Manche Senioren kümmern sich schon zwei Jahre um einen Schüler. Das zeigt auch, wie wichtig es für die Kinder ist und wie wohl sie sich damit fühlen." Die Senioren schließen eine Bedarfslücke, die mit den normalen Lehrerkapazitäten nur schwer zu stopfen wäre. "Möglich macht unser Engagement der Geist, uns ehrenamtlich um bedürftige Kinder zu kümmern und diese mit einer fürsorglichen sowie vertrauensvollen Art zu unterstützen", erklärt Helmut Mehrer abschließend.

Durch die Arbeit mit den Senioren würden die Kinder ihre Unsicherheit überwinden und ihr Selbstbewusstsein steigern. Außerdem wachse die Gemeinde durch die Aktion 60+ noch mehr als bisher zusammen.

© Schwetzinger Zeitung, Mittwoch, 25.09.2013

Brühler Rundschau vom 21.09.2013


„Brühler Aktion 60 plus“ wird fünf Jahre alt
Kleine, aber feine Feier am Gründungsort


Im September 2008 trafen sich drei Schachspieler in der Brühler
Jahnschule, um als Trainer logisches Denken, Verantwortung und
Konsequenz der Kinder zu fördern. In der folgenden Zeit entstand
daraus eine Initiative mit derzeit dreißig Mitgliedern, die nun finden,
dass sie Grund haben, diesen Anlass zu feiern.
Viele mögen denken: „Fünf Jahre braucht man doch nicht zu feiern
– 25 vielleicht!“ Gewiss. Aber man darf das Alter der „Jubilare“
nicht vergessen, die erst nach ihrem Eintritt in den Ruhestand zu
dieser Initiative gestoßen sind. Und für sie sind fünf Jahre so viel
wie 25 für Dreißigjährige, ein Drittel der durchschnittlich noch zu
erwartenden Lebenszeit. Also doch ein Grund zu feiern!
Das Fest beginnt am 23. September um 15 Uhr mit der ersten
Schachstunde. Zu ihr sind auch die Eltern eingeladen. Anschließend
um 16 Uhr werden die mit der Zusammenarbeit betreuten
Lehrkräfte der drei Brühler Schulen ihren Bedarf für 2013/14
vorstellen. Zum großen Teil werden die alten Patenschaften fortgeführt
– einer der überzeugendsten Beweise für den Wert der
Zusammenarbeit.
Immer aber melden die Lehrkräfte neue Schüler/innen an, die Förderung
brauchen. Deshalb braucht die Aktion auch neue Mitstreiter/
innen. Wer Freude an einer solchen Betreuung unter dem Motto
„Zeit für Herzlichkeit“ haben könnte und mehr über die Aktion
60+ wissen möchte, wird ausdrücklich ermutigt zu kommen. Er/
Sie ist eingeladen, die Homepage anzuklicken (www.Bruehleraktion-

60-plus.de), – warum nicht? – mitzufeiern, sich dann aber
per Telefon anzumelden (75 0 65).
sr


29. September 2013 - Tag des offenen Denkmals
Ein Weg des Friedens durch Brühl
Sechs Stationen (Kriegerdenkmal, SA-Heim, Ehrenfriedhof, Kriegerkapelle,
Einheitslinde, Haus der Familie Rhein) Beginn 15 Uhr
Maximale Teilnehmerzahl: 30 Anmeldung über Frau Schäfer Rathauspforte
(2003-0)

Schwetzinger Zeitung vom 16. September 2013

Aktion 60 plus: Initiative auf derzeit 30 Mitglieder angewachsen

Festliche Schachstunde

Brühl. Im September 2008 trafen sich drei Schachspieler in der Jahnschule, um als Trainer logisches Denken, Verantwortung und Konsequenz der Kinder zu fördern. In der folgenden Zeit entstand daraus eine Initiative mit derzeit 30 Mitgliedern, die nun finden, dass sie Grund haben, diesen Anlass zu feiern. Viele mögen denken: "Fünf Jahre braucht man doch nicht zu feiern - 25 vielleicht!" Gewiss.

Weitere Mitstreiter gesucht

Aber man darf das Alter der Jubilare nicht vergessen, die erst nach ihrem Eintritt in den Ruhestand zu dieser Initiative gestoßen sind. Und für sie sind fünf Jahre so viel wie 25 für 30-Jährige, ein Drittel der durchschnittlich noch zu erwartenden Lebenszeit. Also doch ein Grund zu feiern.

Das Fest beginnt am Montag, 23. September, um 15 Uhr mit der ersten Schachstunde. Zu ihr sind auch die Eltern eingeladen. Anschließend um 16 Uhr werden die mit der Zusammenarbeit betreuten Lehrkräfte der drei Schulen ihren Bedarf für 2013/14 vorstellen.

Zum großen Teil werden die alten Patenschaften fortgeführt. Immer aber melden die Lehrkräfte neue Schüler an, die Förderung brauchen. Deshalb braucht die Aktion auch neue Mitstreiter. sr

© Schwetzinger Zeitung, Montag, 16.09.2013

Schwetzinger Zeitung vom 30. August 2013

Aktion 60plus:  Senioren bringen ihre Lebenserfahrung seit nunmehr fünf Jahren in die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen ein

Im Zeichen menschlicher Nähe

Von unserem Redaktionsmitglied Ralf Strauch

Ein starkes Team sind die Mitarbeiter von 60plus und die Schulsozialarbeiterinnen: Julia Manzanet (Realschule), Dittmar Köhler, Josef Rill, Dagmar Nievelstein, Lilo Pister, Lothar Pister, Erik Freck, Rainer Knapp, Ursula Warzel (Schillerschule), Edgar Kutzer, Wolfgang Reiser, Helmut Mehrer und Dietlinde Blank.

© privat

Brühl.  "Fünf Jahre Kontinuität - das ist bei Menschen unseren Alters eine große Zeitspanne", sagt Helmut Mehrer und lacht. Fünf Jahre engagieren sich zahlreiche Senioren bereits in der Hufeisengemeinde unter dem Dach der Organisation 60plus. Aber sie setzen sich in ihrer Freizeit nicht etwa fordernd für die Bedürfnisse ihrer Generation ein, sondern engagieren sich einzig für die der Enkelgeneration in den Schulen.

So unterstützen sie Kinder und Jugendliche der Gemeinde ehrenamtlich auf ihrem Lebensweg durch die Bildungsstätten von der ersten bis zur zehnten Klasse. Das geschieht in Form von Förderung, sozialer Unterstützung und Netzwerkarbeit. Die Senioren bieten den Jugendlichen an, von ihrer Lebenserfahrung zu profitieren. "Das ist gelebte Zukunft", sind sich die Aktiven einig. Und auch die Jugendlichen sind sich einig, wenn sie diese Erfahrung annehmen wollen, dass dies "unsere Zukunft ist".

"Fünf Jahre haben wir also in gutem Geist und mit viel Freude bewältigt", freut sich der Sprecher der Gruppe, Helmut Mehrer, "angesichts unseres durchschnittlichen Alters von knapp 70 stellt dieses halbe Jahrzehnt einen hohen Prozentsatz der uns verbleibenden Lebenszeit dar".

Das bedeutet für ihn, man müsse diesen Anlass nutzen, um die Mit-streiter zu motivieren und die älteren Einwohner über die Arbeit zu informieren, um auf diese Weise neue Mitstreiter zu finden.

Zwischenmenschliches fördern

Wie sehen die Aktiven der Gruppe nun ihre Arbeit? Als sich vor fünf Jahren ältere Bürger zur Aktion 60plus zusammenfanden, "ging es ihnen wie vielen Altersgenossen in anderen Städten", erinnert sich Mehrer, "sie spürten ein Unbehagen, hätten kopfschüttelnd über die Graffiti an den Wänden, Kippen auf den Boden, über Rüpeleien und Unhöflichkeit der Heranwachsenden hinwegsehen können". Auch fehlende Ausbildungsplätze hätten sie selbst nicht mehr betroffen. "Eigentlich aber waren sie die Großeltern, und sie spürten, dass die jungen Widerborstigen auch mit sich selbst uneins und unglücklich waren", so Mehrer. Und tief in ihrem Inneren sei ihnen auch bewusst gewesen, dass Menschen für alles verantwortlich sind, was sie sehen. Mehrer: "So boten die Senioren ihre Hilfe an."

Josef Rill beispielsweise erinnert sich, dass er sich zunächst für die Pausenaufsicht in der Schillerschule engagieren wollte. "Da ich aber sehr gerne meine Fachkenntnisse eingebracht hätte, nutzte ich das Angebot von Siegmund Biewer, mit ihm zusammen eine Elektro-Technik-AG zu gründen." Für ihn brachte diese Zusammenarbeit mit Schülern sehr aufschlussreiche Einsichten. Er könne heute vor allem die Lehrer besser verstehen. "Der Druck, unter dem sie stehen, ist enorm."

Und Dr. Armin Bauer von der Schach-AG an der Jahnschule sagt, die Kinder zeigten sich im Königlichen Spiel interessiert und wissbegierigen. "Dabei beobachten wir und spielen selbst mit ihnen, was sie nach unserer Erfahrung am liebsten mögen", sagt er, es herrsche "eine freundschaftliche, entspannte Atmosphäre". Dietlinde Blank beschreibt ihre Stunden mit einem Jungen so: "Zu unseren Stunden bringt er von seiner Lehrerin Aufgaben mit - meistens in Deutsch - , die wir dann bearbeiten. Ist alles gut gelaufen, spielen wir am Ende Stadt-Land-Fluss. Er liebt dieses Spiel. Und so ist die Aussicht, am Ende zu spielen, oft Motivation zum Lernen. Ich glaube, dass neben dem Lernen das Zwischenmenschliche dem Jungen gut tut."

Menschliche Momente erleben

Elsbeth Franz - eine weitere Mitstreiterin - freut sich, dass es schön zu sehen sei, dass auch die Kinder außerhalb der Schule ihre Nähe gesucht hätten. "Ein Zeichen, dass die Einzelbetreuung bei den Kindern gut ankommt." Und so gibt es viele Berichte von zunächst völlig fremden Kindern, von Menschen die Momente der Nähe erleben - Momente, die sowohl den Kindern als auch ihnen viele Erfahrungen bringen.

Liest man die Erfahrungsberichte, die bald auf einer Homepage der Aktionsgruppe veröffentlicht werden sollen, wird eines deutlich: Von der Aktion 60plus profitieren wirklich alle Generationen. Von solch einem Engagement mag man sich mehr wünschen.

© Schwetzinger Zeitung, Freitag, 30.08.2013

 BR vom 31.052013

Brühler Aktion 60+ – „Zeit für Herzlichkeit“

Die Rolle der Betreuer in den Schulreformen

Die anstehenden Veränderungen im Schulwesen, besonders auf der

Ebene der Werkrealschule und der Realschule werden sich ohne

Zweifel auch auf die Arbeit der dort tätigen Senioren auswirken.

Um sich zu informieren und über ihre Rolle in der Zukunft nachzu-

denken, luden sie vergangenen Mittwoch Vertreter der Schulen ein.

Beide Rektoren (Frau Birgit Ric und Herr Bernd Gantner) kamen.

Mit ihnen auch der die Aktion 60+ betreuende Lehrer Thomas Rey

und der Elternbeiratsvorsitzende Hubert Mitsch.

Einhellig befürworteten die vier Gesprächspartner die inhaltlichen

(Kooperation) und formalen Veränderungen (Gemeinschaftsschu-

le). Sie zeigten sich optimistisch, dass sich insgesamt die Lernbe-

dingungen und Leistungen der Schüler verbessern werden. Frau

Ric erklärte abschließend, dass auf die Aktion 60+ eine sehr dank-

bare Aufgabe zukomme. Sie werde nicht mehr nur den Unterricht

ergänzen, sondern verzahnt mit der Lehrerschaft arbeiten. Das

Vertrauen an sie, die Großelterngeneration, zeige sich in einem

zunehmenden Wunsch nach Betreuung. Helmut Mehrer bestätigte

dies und nannte als Beispiel den Wunsch einer jungen Mutter, die

als Stellvertreterin für die fernen Großeltern eine Omi sucht. Wer

mehr über diese und die anderen Aufgaben der Aktion 60+ wissen

möchte, darf gerne die Homepage anklicken: www. aktion-60-plus.

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SZ vom 21.05.2013

Am Beginn eines Reformprozesses

Brühl. Die Anfragen  der Senioren waren im Vorfeld deutlich gewesen: Ist Baden-Württemberg dabei, eine Gesamtschule für die Klassen 5 – 10 einzuführen? Steigt die Zahl der überforderten Schüler, wenn die Empfehlung der Grundschule nicht mehr verbindlich ist? Welche neuen Aufgaben kommen auf die Aktion 60+ zu?

Der Klarheit diese Fragen verdankte die Sitzung am vergangenen Mittwoch einen großen Teil ihres hohen Niveaus. Sehr deutlich wurde vor allem das emotionale Plus der Gemeinschaftsschule. Unterstützt von Lehrer Thomas Rey, von Hubert Mitsch, dem  Elternbeiratsvorsitzenden, und Bernd Gantner, dem Rektor der Realschule, erläuterte Birgit Ric, die Schiller-Rekto-rin und Gastgeberin, überzeugend die Vorteile des neuen Schultyps.

Nach einem Besuch der Modellschule Künzelsau hatte sich ihr Kollegium einstimmig für diese Form des kooperativen Lehrens und Lernens ausgesprochen. Schon heute werde an der Schiller-Grundschule jahrgangsübergreifend unterrichtet, in einer sehr entspannten Atmosphäre. Das bestätigte Hubert Mitsch: Der gemeinsame Unterricht in den ersten beiden Klasse wirke entspannend, die Kinder gingen gerne in die Schule. Dieses System, so meinte er, müsse einfach auf die Älteren übertragen werden. Dass sich „nicht sehr verändern muss und auf Erfahrungen aufgebaut wird“, bestätigte Bernd Gantner.

90 Prozent Übereinstimmung

Ebenso viel Zustimmung erhielt Birgit Ric für ihre Ansicht zur nicht mehr verbindlichen Grundschulempfehlung. Der einstige Zwang habe viele Schüler von der ersten Klasse an unglücklich gemacht. Viele hätten schon in der dritten Klasse Nachhilfe bekommen, um auf die höchstmögliche Schule zu kommen. Heute aber würden die Eltern von der ersten Klasse an fair und offen beraten. Und bei 90% werde Übereinstimmung erzielt. „Die ‚höchstmögliche’ Schule ist nicht für alle Kinder die beste“, ergänzte Hubert Mitsch, der seine Kinder trotz Gymnasialempfehlung auf die Realschule schickt.

Leistungsfähigere Schüler

Dass die Gemeinschaftsschule eine Ganztagesschule sein muss, vertrat schließlich Thomas Rey. Das bedeute auch für die Lehrer längere Präsenz an der Schule. Sie müssten z.B. bereit sein, während ihrer Unterrichtsvorbereitung und ihren Korrekturen für Schüler ansprechbar zu sein. Dem stimmten Francoise Gaillard-Schumacher und Renate Liebchen zu, die auf Nachbarländer, aber auch auf Australien hinwiesen, wo die Ganztagesschule und das System der Kooperation schon üblich sei.

„In der Theorie ist das gut, wie aber wird die Praxis aussehen“, warf Heinz Steck ein. Zu den Anforderungen, Leistung und Verbindlichkeit, äußerten sich Rainer Knapp und Lothar Pister, die als frühere Leitende Angestellte im Sinn der Wirtschaft sprachen.

Birgit Ric räumte ohne Umschweife ein, dass sich die Schule am Beginn eines Prozesses befinde. Nicht alles könne optimal verlaufen. Am Ende aber werde eine entspanntere und leistungsfähigere Schülergeneration stehen. Auf die Aktion 60+ komme dabei eine sehr dankbare Aufgabe zu. Sie werde nicht mehr nur den Unterricht ergänzen, sondern verzahnt mit der Lehrerschaft arbeiten. Mit seinem Dank an Birgit Ric und die Teilnehmer der Sitzung verband Helmut Mehrer Worte der Anerkennung an die Mitglieder der Aktion. Das Vertrauen an sie, die Großelterngeneration, komme z.B. im Wunsch einer jungen Mutter nach einer Omi zum Ausdruck. Ganz zum Schluss lud der Leiter der Aktion zur letzten Sitzung am Mittwoch, 10. Juli. Sie ist verbunden mit einer kleinen feier zum fünfjährigen Bestehen.


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SZ vom 17.12.2012

Aktion 60+: Neue Erkenntnisse in Bezug auf früherzieherische Bindungen und die sich daraus ergebenden Bildungschancen 

Beziehungen kann man nicht mit dem Zauberstab herstellen

 BRÜHL Wenn die Mitglieder der Brühler Aktion 60+ zurückblicken, stellen sie fest, dass es für ihre Aufgabe immer wieder neue Ansatzpunkte gibt.

„Pisa“-Test als Initialzündung

Anfangs betreuten sie vor allem Schüler der Sekundarstufe. Der Grund: Bei den „Pisa“-Tests hatten deutsche Schüler aus sozial und kulturell benachteiligten Familien besonders schlecht abgeschnitten. Doch deren Defizite waren schon in der Grundschule festzustellen, dem zweiten Schwerpunkt der engagierten Großeltern. Wo lag die Ursache? Sie fanden einen Zusammenhang zwischen elterlichem Engagement und Schulerfolg. Schwächere Schüler haben weniger Bücher zu Haus und kaum jemand liest ihnen vor.

Nun fördert Vorlesen nicht nur die Bildung, sondern auch die innere Bindung in den Familien. So entstand das 100-Bücher-Projekt: Bücher werden verschenkt oder kostenlos verliehen. Derzeit machen die Forschungsergebnisse der Heidelberger Professorin Dr. Horsch von sich reden. Sie hat mit über 1000 Filmsequenzen nachgewiesen, dass schon in der Phase des Sprechenlernens, im ersten Lebensjahr, die Weichen für eine erfolgreiche Schullaufbahn gestellt werden.

In diese frühe Eltern-Kind-Intimität einzugreifen, verbietet sich nicht nur die Aktion 60+. Wohl aber fand sie Ansatzpunkte. Wenn im ersten Lebensjahr schon die Weichen gestellt werden, dann sind in den nachfolgenden Bildungseinrichtungen besonders intensive Bemühungen geboten.

Es geht jedoch um mehr als messbare Leistung. Die Forscherin entdeckte, dass Kinder desto erfolgreicher werden, je herzlicher ihre Eltern mit ihnen umgehen und je glücklicher sie dabei werden.

Doch glückliche, geglückte Beziehungen lassen sich nicht per Zauberstab herstellen. Der Zusammenhang zwischen der geistigen Entwicklung und der Bindungsfähigkeit von Kindern gilt mittlerweile als erwiesen.

 Welche Konsequenzen gibt es?

So ist zu fragen: Welche Konsequenzen ziehen Eltern, Erzieher und Lehrer aus der dominieren Prägung der Kinder im ersten Lebensjahr? Und was können und müssen sie leisten, um familiäre Benachteiligungen auszugleichen?

Eine weitere Frage, die sich in diesem Zusammenhang stellt, ist, welche Folgerungen sich für das Zusammenleben und -arbeiten an den Schulen ergeben?

SZ vom 04.12.2012








Aktion 60+ Betreuer der ehrenamtlichen Gruppe an den Brühler Schulen erhalten Tips für den Umgang mit jungen Menschen. 

Hilfsangebote sollen ehrlich und echt wirken 

Für die erste von vier Abenden ihrer „Erziehungsschule“ hatte sich die Aktion 60+ gewünscht, mehr über Verbindlichkeit von Gesprächen zu erfahren: Wie bringt man Kinder dazu, Verabredungen nicht nur zustimmen, sondern sie auch dauerhaft einzuhalten?

Ihr Coach, der Pfarrer und Psychologe Peter Kruse, lud sie zunächst ein, Erfahrungen mit Schülern zu beschreiben, die versuchen, sich einer Mitarbeit zu entziehen. „Die Förderstunde früher beenden … Fehlen im Unterricht und bei der Betreuung … Unlust zu schreiben: ‚Ach wenn ich mir doch die Finger gebrochen hätte’.“

Die Mitstreiter erklärten auch, wie sie die Kinder motivieren: „Kleine Tricks: ein Bonbon zwischendurch, Stadt-Land-Fluss in den letzten 10 Minuten, aber auch: Die Kinder zum Sprechen bringen, sie die Gründe ihrer Unlust erklären lassen …“

„Was haben Kinder heute am Hals!“

„Wirklich glücklich waren Heranwachsende eigentlich nie“, meinte Coach Kruse in seiner Antwort. Aber die heute früh einsetzenden sexuellen, Beziehungen, die hohe Zahl der Scheidungen und die vielen Väter, aber auch Mütter, die einfach ihren Partner mit dem Kind sitzen lassen, stürzen Kinder in bislang nie gekannte Abgründe. „Was soll man einem 11-Jährigen z.B. sagen“, frage er, „der gehört hat, wie seine Großmutter der der verlassen Mutter zutuschelt: ‚Hättest Du doch abgetrieben. Ich hab es Dir gleich gesagt.!’, oder einer 16-Jährigen, die über ‚Selbstmorddrohungen in einer Beziehung’ nachdenkt?“

„Jeder Mensch ist gut!“

Diese nicht gerade christliche Grundüberzeugung, die Peter Kruse an den Beginn seines Referates setzte, war der Leitgedanke des amerikanischen Psychologen Karl Rogers. Er war überzeugt: „So wie eine keimende Kartoffel ihre Triebe dem Licht zutreibt gegen und über alle Hindernisse so strebt der Mensch nach dem Guten.“  Es komme deshalb darauf an, die Bedingungen zu schaffen, die ihm helfen, gut zu sein.

„Verleugnet Euch nicht!“

Der Weg zu dieser Befreiung des Guten besteht aus drei Etappen, so Kruse: Wir müssen eine Atmosphäre der Empathie schaffen, die jungen Leute zu ermutigen, über ihre Gefühle zu sprechen. Sie sollen keine Angst haben, sich zu blamieren. Die zweite: Emotionale Wärme auszustrahlen, den Kindern zu vermitteln: Ich mag Euch.“, und die letzte schließlich: Ehrlich und echt sein. „Wir haben das Recht auch mal brummig zu sein.“

Helmut Mehrer, der zu Beginn die Anwesenden begrüßt und den erfreulichen Kontakt von 60+ mit der Plankstadter Gruppe um Dr. Neidig beschrieben hatte, lud abschließend  zu zwei großen Veranstaltungen ein. Organisiert von Pfarrer Kruse findet am 23. 1. 2013, 16.30,  im Hockenheimer Gauß-Gymnasium eine szenische Lesung mit dem Ziel, Verständnis zwischen den Religionen zu wecken. Nach einer Pause für Gespräche wird der evangelische Theologe und Kurator der Hochschule für jüdische Studien Prof. Manfred Oehming sich selbst und seine Hörer fragen „Haben wir noch denselben Gott?“

Am, 20. Februar, 19 Uhr, wird die bundesweit bekannte Pädagogin, Prof. Dr. Ursula Horsch, Heidelberg, in der Brühler Festhalle über die Einsichten referieren, die sich aus dem Sprechenlernen von Kleinstkindern für ihren Bildungserfolg ergeben. Nicht nur die Anwesenden, sondern auch alle Leser dieses Berichts werden herzlich willkommen sein.

Brühler Rundschau vom 30.11.2012:

Schwetzinger Zeitung vom 16.November 2012 (Plankstadt/Eppelheim)

 CDU-Gemeindeverband: Helmut Mehrer und Lothar Pister berichten über „Aktion 60+“ in Brühl

Senioren teilen Wissen

Von unserer Mitarbeiterin Katharina Horn

PLANKSTADT. „Ich habe meiner Schülerin einen Magneten mitgebracht, um ihr das mathematische Problem besser zu veranschaulichen“,sagt Lothar Pister. Er ist nicht etwa Lehrer, sondern engagiert sich ehrenamtlich in der Brühler „Aktion60+“ für Schüler mit Lerndefiziten in der Schillerschule. Gemeinsam mit Helmut Mehrer stellt er der Plankstadter CDU das Konzept der „ Aktion 60+“ in der Hufeisengemeinde vor und gibt Tipps zur Durchführung.

Denn der Vorsitzende der Plankstadter CDU und des Fördervereins der Humboldt-Schule, Dr. Arno Neidig, plant gemeinsam mit dem CDU-Gemeindeverband dieses Projekt auch hier zu realisieren. Jeder unterrichtet, was ihm liegt „Zurzeit betreuen circa 35 Senioren etwa 50 Schüler an drei Schulen“, erzählt Mehrer von der „Aktion 60+“. Die Ehrenamtlichen können dabei auch fachfremd sein und benötigen keine pädagogische Ausbildung. „Jeder steckt seine Persönlichkeit und seine Herzlichkeit in die Begegnung mit den Kindern und Jugendlichen und unterrichtet das, was ihm liegt“, sagt Mehrer. Einige Frauen lesen den Kindern etwas vor oder geben ihnen Nachhilfeunterricht in Englisch, andere greifen den Kindern, die Probleme mit der deutschen Sprache haben, in Förderstunden unter die Arme.„Für mich war es eine Umstellung plötzlich Kinder zu unterrichten“, sagt Lothar Pister. Er war es als Ingenieur stets gewohnt, die beste Leistung zu erbringen, doch die Heranwachsenden, die er nun im Fach Mathematik

unterrichtet, sind nicht die Klassenbesten. „Ich musste lernen, meine Anforderungen an die Kinder herunterzuschrauben“, sagt Pister und schon berichtet er enthusiastisch von seinem Nachhilfe- und Förderunterricht und den begeisterten Kindern. Man merkt ihm an, dass ihm der Umgang mit ihnen viel Freude bereitet. Nicht nur die Kinder, sondern auch die Senioren profitieren von dem Projekt. „Man hat im Ruhestand plötzlich eine Aufgabe“,

erklärt Pister. Angefangen hat das Brühler Projekt mit einer Schach-AG an der Jahnschule. Mittlerweile kommen die Ehrenamtlichen auf Zuruf in alle Schulen in Brühl. Ihre Arbeit ist sowohl bei den Kindern, den Eltern, als auch bei den Lehrern gefragt. „Wie ist die Bereitschaft der älteren Generation, sich zu engagieren?“, will Neidig wissen. Wirklich gut“, sagt Mehrer. Mehr als die Hälfte der Ehrenamtlichen sei spontan zur „Aktion 60+“ gekommen.

Bedarf besteht Nun aber zu den Plänen, das Konzept auch in Plankstadt zu etablieren: „Ich stehe zurzeit mit einer ehemaligen Lehrerin, die Förderunterricht an einer Plankstadter Schule geben möchte, in Kontakt“, sagt Neidig.

In den nächsten Wochen stehen Gespräche mit den Schulleitern der Friedrich- und Humboldtschule an. Läuft alles nach Plan, wird das Projekt in den nächsten Monaten mit zunächst einer Lehrerin einer Schule ausprobiert. „Und dann schauen wir weiter“, sagt Neidig und hält sich die weitere Planung offen. Die Chance, dass die Senioren auch in Plankstadt bald „schwächere“ Schüler fördern könnten, steht jedoch nicht schlecht. Der Schulleiter der Friedrichschule, Uwe Emmerich, signalisierte bei der Veranstaltung schon mal, dass der Bedarf an unentgeltlichen Förderunterricht für Schüler mit Lernschwächen auch in Plankstadt besteht.

Schwetzinger Zeitung 12.11.2012 (EPPELHEIM/Plankstadt)

„Aktion 60+“ stellt sich vor

PLANKSTADT. In Brühl hat sich eine

gemeinnützige Initiative mit der

Bezeichnung „Aktion 60+“ , etwa 35

ältere Bürger, erfolgreich etabliert,

die es sich zur Aufgabe macht, Kindern

mit Defiziten in ihren schulischen

Leistungen zu helfen. Es sei

eine Überlegung wert, dieses Modell

auf Plankstadt zu übertragen, meint

der CDU Gemeindeverband und hat

Helmut Mehrer, Leiter der „Aktion

60+“, eingeladen, aus seiner Arbeit

und über die Ziele und Erfolge dieser

Initiative zu berichten. Die Veranstaltung

findet heute, 20 Uhr, im

TSG-Clubhaus statt.

10.11. 2012 Schwetzinger Zeitung

12.10.2012:  Schwetzinger Zeitung

Aktion 60+: Senioren sehen ihre Arbeit bei der ersten Sitzung im neuen Schuljahr bestätigt

Kinder in ihren Stärken unterstützen

Brühl. Traditionell versammelt sich die Brühler Aktion 60+ zum ersten Treffen eines jeden Schuljahres in der Jahnschule. Dort begrüßte Rektor Michael Körber die aus seiner Schule "nicht mehr wegzudenkenden Unterstützer".

Dabei bezog er die jüngst von ihnen angeregte und eingeweihte Bücherwand in der Gemeindebibliothek ein. Ihr stellte er das Konzept seiner "Leseinseln" an die Seite: Kinder der 1. und 2. Klassen, die es nötig haben, werden drei Monate lang jeden Tag zwei Stunden aus dem Unterricht herausgenommen, um in kleinen Gruppen intensiv Schreiben und Lesen zu üben. Das bringe deutliche Fortschritte.

Keine Frage: Die Aktion fühlte ihr "100-Bücher-Projekt" damit bestätigt. Sie findet inzwischen aber auch Beachtung über die Gemeindegrenzen hinaus.

Helmut Mehrer verwies in seiner Begrüßung auf die Teilnahme an einer Sitzung der "Jugendagentur" des Rhein-Neckar-Kreises und auf den Kongress der Unesco-Kommission, zu dem die Brühler ebenfalls eingeladen wurden.

Den erfreulichsten Erfolgsbeweis sahen alle jedoch in der Anwesenheit des Gastes Dr. Arno Neidig aus Plankstadt, der in seiner Gemeinde eine ähnliche Initiative starten wird.

Dass die Menschen aus der Großeltern-Generation den Kindern mit Herzlichkeit begegnen, zeigte der folgende Rückblick auf das vergangenen Jahr: "Meine Arbeit bringt dem Kind etwas, aber auch mir", war zu hören.

Kinder müssen sich anstrengen

Freundlichkeit hindert aber nicht daran, Grenzen zu setzen und das Mit-Wollen einzufordern, bei allem Verständnis für Kinder, die sich nach sechs Stunden Unterricht in ihrem schwierigsten Fach weiter anstrengen müssen.

Am Ende des Schuljahres fühlten sich die Nothelfer jedoch belohnt: Eltern und Lehrer bestätigten ihnen Erfolg, bei ihrem Engagement das Richtige getan zu haben. Die Konsequenz für die Senioren ist eigentlich gewünscht.

Die Nachfrage nach ihrem Einsatz steigt. In den Grundschulen sind es Kinder, die "allgemein schwach" sind. In der Haupt- und der Realschule brauchen nicht nur Migranten Förderung, Führung und bewusst auch "Strenge".

Um dem wachsenden Bedarf gerecht zu werden, sollten sich alle älteren Mitbürger die Frage stellen, ob sie an dieser großen gemeinsam zu meisternden Aufgabe nicht mitwirken wollen.

Die Aktion 60+ jedenfalls freut sich auch weiterhin auf engagierte Mitbürger, die das bereits Begonnen mit Leben erfüllen wollen und den Kindern und Jugendlichen ein Stück weit auf ihrem Lebensweg begleiten wollen. sr

© Schwetzinger Zeitung, Freitag, 12.10.2012

06.10.2012 Brühler Rundschau

20.07.2012 Brühler Rundschau

Brühler Aktion 60+ - Win-win-Situation „Aus der Sozialarbeit nicht mehr wegzudenken“

Fließender Übergang in das neue Schuljahr 

Zu ihrem letzten Treffen im Schuljahr begrüßte Bernd Gantner, Rektor der Realschule, die Aktion 60+, seine Mitarbeiterin Jacqueline Manzanet und Ursula Warzel (Schillerschule). Mit seinen Kollegen bezeichnete er die Brühler Initiative als „integrierten Bestandteil der Erziehung und Bildung. Sie ist aus der Sozialarbeit der Schulen nicht nur wegzudenken. Allein an der MDRS sind 10 ihrer Mitglieder ständig tätig und unterrichten 19 Stunden pro Woche. Die meisten von ihnen werden im kommenden Jahr weiterhin ihre Kinder begleiten. Es wird einen fließenden Übergang geben.“

Die Angesprochenen freuten sich selbstverständlich über diese Anerkennung. Sie selbst empfinden ihre Arbeit als win-win-Situation. Sie selbst fühlen sich dadurch menschlich bereichert.  In stiller beharrlicher Arbeit korrigieren sie Rechtschreibschwächen, verbessern mit Vorlesen das Sprachverständnis der Kinder, unter ihnen viele Migranten, und unterstützen die Lehrer praktisch aller Kernfächer. Sie lobten einzelne auffallend intelligente, willige, pflichtbewusste und „pflegeleichte“ Schüler, aber auch Eltern, die den Kontakt zu den pädagogischen Helfern suchen. Sie teilen aber auch die Sorgen der Lehrer um das eine oder andere Kind, das „blockiert“ oder häufig „krank“ ist. Wo sie im Augenblick keinen Erfolg spüren, finden sie Kraft im Satz von Pfarrer Peter Kruse: „Kein Mensch weiß, was er wirklich bewegt.“

Nicht weniger wichtig als Bestandstandsaufnahme war der Blick auf das kommende Schuljahr. Dittmar Köhler stellte seine Vorüberlegungen für eine Website vor. Ziel ist vor allem, neue Mitstreiterinnen und Mitstreiter zu gewinnen, um ausscheidende zu ersetzen und neue motivierende Aufgaben anzugehen. Helmut Mehrer fasste einige wichtige zusammen: die von Rainer Knapp unterrichtete BWL-Einheit in Partnerschaft mit der Bäckerei Gothe, das Nano-Projekt Lothar Pisters zusammen mit ZEISS-Oberkochen, die sehr gut aufgenommenen Gespräche von Schiller-Schülern mit Senioren von B&O und schließlich das „100-Bücher-Programm“, das am 20. September in der Gemeindebücherei starten wird.

Zum Abschluss des Treffens, als Ausdruck des Dankes ihrer Schule und zur weiteren Pflege der guten Zusammenarbeit luden Bernd Gantner und Jacqueline Manzanet die Aktion 60+ zum Grillen ein. Eine kleine Feier als Krönung eines Schuljahres! Alle freuten sich und dankten dem Rektor, der Sozialarbeiterin und nicht zuletzt der Koch-AG, die am Nachmittag die Salate geschnippelt hatte. Man wünschte sich noch ein gutes Ende des Schuljahrs und machte sich im Geist schon ein wenig mit dem nächsten vertraut, dem fünften der Aktion. .

29. Februar 2012 Brühler Rundschau:

dm-Markt, 1. März Schillerschule Zwei große Tage für die Brühler Aktion 60+

Der zusätzliche Tag des Schaltjahres bietet in diesem Jahr den Brühlerinnen und Brühlern eine besondere Gelegenheit, etwas Gutes zu tun. An diesem 29.2. (kommenden Mittwoch), haben sie zwischen 17 Uhr und 17 Uhr 30 die Chance, durch ihren Einkauf im Brühler dm Mark Ihre Aktion 60+ zu unterstützen. Um das Jugendwerk der Brühler Seniorinnen und Senioren zu fördern, reicht es, einen ohnehin geplanten Einkauf im dm-Markt auf diese

halbe Stunde zu verlegen. Alles, was die Freunde der Aktion in dieserZeit für dieerworbenen Waren an der einen der beiden Kassen bezahlen, kommt als Geschenk der Aktion 60+ zugute. Wer zu spät kommt, muss nicht traurig sein, er kann mit seinem Einkauf bis 18 Uhr die Bläserakademie unterstützen. Den Zusammenhangieht die Aktion 60+ so: Kinder müssen gute Schüler sein, um gute Musiker zu werden.

Was freundliche Mitmenschen mit ihrem Einkauf bewirken, können sie in der Woche zuvor erfahren. Ab Donnerstag, 23.2., von 16.30 bis 17.30 Uhr (werktags) und von 11.30 bis 12.30 Uhr (am Samstag). Zu diesen Zeiten werden Mitglieder der Aktion Auskunft geben und zum Mitmachen motivieren: Anderen Menschen zu helfen weckt Freude und Stolz.Genau am Tag nach der Einkaufsaktion, am 1.3. also, sind dieMitglieder der Aktion zu ihrem schon lange terminierten Vortragsabend ingeladen. Im Rahmen der „Elternschule“ wird Peter Kruse,Pfarrer, Psychologe und Lehrer, um 19 Uhr in der Schillerschuleüber das Thema „Scheitern“ sprechen.

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