Brühler Aktion 60+
       Zeit für Herzlichkeit


Brühler Aktion 60+ im Gespräch mit Peter Kruse

 „Soziale Kompetenz – ein Schlüssel für die Zukunft“

Mentoren als Modell für Lehrer, Eltern und Schüler

Peter Kruse 

Bei der letzten Sitzung von 60+ vor den Ferien kam ihr Supervisor Peter Kruse rasch zur Sache: „Im Schulzentrum einer Nachbarstadt haben Lehrer festgestellt, dass sie ein volles Drittel ihrer Arbeitszeit damit verbringen, in die Familien zu gehen und sie bei der Erziehung zu unterstützen. Sie sind aber weder als Therapeuten noch als Sozialarbeiter ausgebildet. Die Folge: Sie verzetteln sich und viele fühlen sich ‚ausgebrannt’.“

Solche Situationen gelten heute als alltäglich. Und wie lassen sie sich bewältigen? Peter Kruse stellte den Brühlern Grundlagen vor: Menschen verfügen über „Emotionale Kompetenz“. Auf sie und auf die Wünsche der Heranwachsenden lässt sich zurückgreifen. Sie freuen sich über eine gute soziale Atmosphäre und fühlen sich bei ständigem Streit unwohl. Eltern sollen das wissen und ein gutes Miteinander pflegen, sich mehr Zeit für die Kinder nehmen, sie im Haushalt mitarbeiten lassen, auf Anordnungen bestehen und sie nicht zerreden lassen.

Vor diesem Rahmen wurde im genannten Schulzentrum für die Klassen 5 – 8 ein Lehrplan „soziale Basiskompetenz“ erstellt. Am Beginn stand die Fähigkeit zu erkennen, was wir von einzelnen oder von Gruppen erwarten. Hinzu kommen Zuhören und Abschätzen, ob sich ein Problem möglicherweise allein löst oder Eingreifen erfordert. Auch das ist lernbar. Als höchste Stufe sollten junge Menschen bereit werden, „Soziale Verantwortung“ zu übernehmen.

Und wie gelang das im Schulzentrum? Die Lehrer schlossen Abkommen mit Klassen und Einzelnen nach dem Prinzip: „Verträge müssen eingehalten werden und jedem etwas bringen. Die Schüler wurden als für produktive Mitarbeit belohnt. Mit Freiräumen und der Behandlung gewünschter Themen. Dann stiegen auch die Notenschnitte. Und letztlich verbesserten sich mit der Sozialkompetenz auch die Zukunftschancen der jungen Leute.

Peter Kruse ließ sich während seines Vortrags immer wieder und gern von Fragen unterbrechen. Etwa: „Wo stehen wir Senioren bei der Sozialkompetenz?“, „Reicht es aus Verträge zu schließen, oder spielt nicht auch die Persönlichkeit des Erziehers eine Rolle?“ Und schließlich „Soll man sich bei Anordnungen durchsetzen, auch wenn man unsicher ist?“

Die erste Antwort des Coachs zeigte seine hohe Wertschätzung der Aktion 60+: “Sie sind ein Modell sozialer Kompetenz.“ Weiterhin stimmte er der Rolle der Persönlichkeit zu: „Man muss authentisch sein.“ Und zur dritten Frage: „Die Versuche junger Menschen, die Autorität der Erwachsenen zu erschüttern, sind so natürlich wie der Wunsch nach einer erfreulichen Atmosphäre. Als Erzieher sollte man wissen, wie viel Konsequenz man aufbringen kann. Für den Schulerfolg und für das soziale Lernen sind jedoch stabile Strukturen unersetzlich.“

Im Namen der Mit-Senioren dankte Helmut Mehrer abschließend dem Referenten. Er wünschte den Aktiven viel Freude bei den Feiern am Schuljahresende und schöne Ferien. Danach, am 18. September, lädt Michael Körber in die Jahnschule ein, bevor am 23. Oktober Peter Kruse wieder in der Schillerschule referieren wird. Thema: „Niederlaglose Lösungen.“ Da die Aktion weiterhin neue Kräfte braucht, verwies Mehrer auf die Homepage: www.bruehler-aktion-60-plus.de

sr